Aktionen des Bündnisses gegen neue Atomreaktoren

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Veranstaltungsankündigung

Atomforschung in DeutschandWhistleblower-Vortag Dr. Rainer Moormann nimmt Stellung ...
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ATOMFORSCHUNG IN DEUTSCHLAND – Nur für die Sicherheit oder auch für Atomwaffen?

Der Whistleblower Dr. Rainer Moormann nimmt StellungEinführung und Moderation: Sylvia Kotting-Uhl Donnerstag, den 16. November 2017, Saal im DGB-Haus  20:00 ...
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Pressemitteilungen der Gruppe „Atommüll“

Diese Artikel könnt ihr gerne weiterleiten.


Brennelemente-Fabrik in Lingen sofortige Stilllegung

BBU-Pressemitteilung, Bonn, Hannover, Lingen, 07.12.2018 Nach Brand in der Brennelementfabrik: Schutz der Bevölkerung muss oberste Priorität haben. Über 350 Organisationen ...
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Gemeinsame Stellungnahme von Bürgerinitiativen am mittleren Neckar und am mittleren Oberrhein zur Abfallbilanz Baden-Württemberg 2017

Pressemitteilung 27.07.2018 Anlass: Vorstellung der Abfallbilanz Baden-Württemberg 2017 durch Herrn Minister Untersteller am Montag 30.07.2018 Bürgerinitiativen fordern ein Umdenken: Abfall? ...
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„Atombauschutt – verteilt, versteckt, verharmlost“

Pressemitteilung vom 26.06.2018 Das neu gegründete „Bündnis für sichere Verwahrung von Atommüll in Baden-Württemberg“ (SiVerwAm) lädt ein zur Infoveranstaltung mit ...
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Ärztetagsbeschlüsse gegen die Freisetzung von gering radioaktivem Material aus dem Rückbau von Atomkraftwerken haben Bestand

Pressemitteilung vom 03.02.2018 Symposium der Landesärztekammer „Gesundheitliche Risiken gering radioaktiver Strahlenbelastung beim Rückbau von Atomkraftwerken und in Folge medizinischer Anwendungen“ ...
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Pressemitteilungen der Anti-Atom-Initiative Karlsruhe

„Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde.“ (DER PREDIGER SALOMO)

NICHT ABER DAS ATOMKRAFTWERK PHILIPPSBURG: Alles hat ein Ende, nur das Atomkraftwerk Philippsburg 2 hat zwei. Pressemitteilung der Anti-Atom-Ini KA, ...
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PM der Anti-Atom-Ini KA

Ankündigung einer Mahnwache am Sa. 06.04.19, von 9 Uhr bis 11 Uhr in Leopoldshafen, KIT Nord Haupteingang Süd, zum JRC ...
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Abriss: Atom-Müll+Strahlung Frei Haus: Mitmachfalle Erörterung

Einwender*innen: Anti-Atom-Initiative Karlsruhe, BI Müll und Umwelt, BUND Karlsruhezu: Erörterungstermin SAG KKP 2: am Di. 25.09.18, Einlass ab 8.30 Uhr, ...
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AtomkraftgegnerInnen halten die Verbotsverfügung für nicht haltbar

Gegen die Einschränkung der Versammlungsfreiheit durch die Kreisverwaltung Germersheim wehren sich AtomkraftgegnerInnen. Die südwestdeutschen Antiatominitiativen halten die Verbotsverfügung, insbesondere hinsichtlich ...
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Sofortige und endgültige Stilllegung der AKWs Philippsburg 2 und Neckarwestheim 2!

Presseerklärung, 13.04.2016Anti-Atom-Initiative Karlsruhe und BUND Mittlerer Oberrhein Das Kartenhaus der angeblichen Sicherheit von Atomkraftwerken bricht immer mehr in sich zusammen ...
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Anti-Atom Karlsruhe

Das Karlsruher Bündnis stellt sich vor

In Karlsruhe gibt es derzeit vier Gruppen, die sich mit dem Thema Atompolitik beschäftigen.
Allen vier Gruppen ist gemeinsam, dass sie für den vollständigen Ausstieg aus der industriellen Atomenergie kämpfen!

Drei dieser Gruppen haben sich entschieden eine gemeinsame Homepage zu betreiben. Allerdings arbeitet jede Gruppe unabhängig, wenn auch manchmal in Personalunion.

„Anti-Atom Karlsruhe“ weiterlesen

PM der Anti-Atom-Ini KA

Ankündigung einer Mahnwache am Sa. 06.04.19, von 9 Uhr bis 11 Uhr in Leopoldshafen, KIT Nord Haupteingang Süd, zum JRC Open Day, Tag der offenen Tür – Veranstalterin: Anti-Atom-Ini Karlsruhe

Eine Reihe von Instituten im Karlsruher Institut für Technologie (KIT), sowie insbesondere Institute des Joint Research Center (JRC-Dir G) der Europäischen Union, arbeiten zum Thema MSR (MSR: Molten Salt Reactor, Flüssigsalzrektor) und sind gemeinsam am EU-Forschungsprojekt SAMOFAR beteilig. 
„Die Arbeiten am KIT dazu beziehen sich dort auf Reaktor- und Brennstoffentwicklung, Computersimulationen sowie Materialwissenschaften. Das JRC untersucht hierbei insbesondere physikalische und chemische Eigenschaften der Kernbrennstoff- Flüssigsalze und führt Sicherheitsanalysen von chemischen Prozessen durch. Daneben beteiligen sich beide Forschungsinstitute am EU-Forschungsprojekt MYRTE (MYRRHA Research and Transmutation Endeavour), in dem die Transmutation von hoch- radioaktiven Abfällen in Hinblick auf den in Belgien geplanten Forschungsreaktor MYRRHA erforscht werden soll. Beide Forschungsprojekte werden im Rahmen des Euratom Forschungs- und Ausbildungsprogramms durchgeführt.“ (Quelle: Kleine BT-Anfrage der Grünen vom 24.02.2017, DS 18/11327).
Wir stellen uns klar dagegen und wollen nicht, dass in Karlsruhe und in der EU weiter an diesen neuen Reaktorsystemen geforscht wird! Nach dem Atomausstieg ist dies kaum vermittelbar auch wenn sie „Sicherheitsforschung“ genannt wird.
Um eine massive Weiterverbreitung von Atomwaffen zu verhindern, fordern wir, dass Forschung, Entwicklung und Betrieb von Einrichtungen, die die Erzeugung von waffenfähigem Nuklearmaterial ermöglichen, europaweit und weltweit eingestellt, geächtet und nicht weiterentwickelt und gefördert werden! Durch Flüssigsalz Thorium Reaktoren steigt die Proliferationsgefahr – Gefahr der Weiterverbreitung von Kernwaffen – extrem.
Atomenergie ist nicht CO2-frei und kann das Klima nicht retten!Der Betrieb von Uranerzminen und Urananreicherungsanlagen, der Transport von Atommüll und nicht zuletztder Bau und Abriss von AKWs und die Entsorgung verursachen CO2-Emissionen, Umweltschäden und gefährden die Gesundheit der Arbeiter*innen. Die AKWs werden nicht rentabel arbeiten und eher einen nachteiligen Einfluss auf den Klimaschutz haben, da sie die erneuerbaren Energien verdrängen

https://bnn.de/nachrichten/suedwestecho/atomkraftgegner-demonstrieren-am-kit-campus-nord-gegen-forschungsprojekte

Weshalb diese Mahnwache zum JRC Open Day, Tag der offenen Tür ?

Flugblatt der Anti-Atom-Initiative, verteilt am Sa. 06. April 2019 vor dem JRC

Eine Reihe von Instituten im Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sowie insbesondere Institute des  Joint Research Center (JRC-Dir G) der Europäischen Union, arbeiten zum Thema MSR (MSR: Molten Salt Reactor, Flüssigsalzrektor) und sind gemeinsam am EU-Forschungsprojekt SAMOFAR beteiligt.

Wir fordern: Keine Verlängerung des SAMOFAR-Projektes über die Ablauf-Frist von Ende Juli 2019 hinaus.

„Die Arbeiten am KIT dazu beziehen sich dort auf Reaktor- und Brennstoffentwicklung, Computersimulationen sowie Materialwissenschaften. Das JRC untersucht hierbei insbesondere physikalische und chemische Eigenschaften der Kernbrennstoff- Flüssigsalze und führt Sicherheitsanalysen von chemischen Prozessen durch. Daneben beteiligen sich beide Forschungsinstitute am EU-Forschungsprojekt MYRTE, in dem die Transmutation von hoch-radioaktiven Abfällen in Hinblick auf den in Belgien geplanten Forschungsreaktor MYRRHA erforscht werden soll. Beide Forschungsprojekte werden im Rahmen des Euratom Forschungs- und Ausbildungsprogramms durchgeführt.“ (Quelle: Kleine BT-Anfrage der Grünen vom 24.02.2017).

Keine weitere Forschung und Entwicklung in Karlsruhe und in der EU an diesen neuen Reaktorsystemen und deren Brennstoffen

Wir stellen uns klar dagegen und wollen nicht, dass in Karlsruhe und in der EU weiter an neuen Reaktorsystemen und den Brennstoffen dazu wie im JRC geforscht wird! Nach dem Atomausstieg ist dies kaum vermittelbar, auch wenn es „Sicherheitsforschung“ genannt wird.

Durch Flüssigsalz-Thorium-Reaktoren steigt zudem die Proliferationsgefahr ̶ Gefahr der Weiterverbreitung von Kern-/Atomwaffen ̶ extrem.

Um eine massive Weiterverbreitung von Atomwaffen zu verhindern, fordern wir, dass Forschung, Entwicklung und Betrieb von Einrichtungen, die die Erzeugung von waffen-fähigem Nuklearmaterial ermöglichen, europaweit und weltweit eingestellt, geächtet und nicht weiterentwickelt und gefördert werden!

Atomenergie ist und bleibt gefährlich, nicht CO2-frei und kann das Klima nicht retten!

Der Betrieb von Uranerzminen und Urananreicherungsanlagen, der Transport von Atommüll und nicht zuletzt der Bau und Abriss von AKWs und die Entsorgung, auch von geplanten neuen, verursachen CO2-Emissionen, Umweltschäden und gefährden die Gesundheit der Arbeiter*innen.

  • Besichtigung vom Labor- und Lagergebäude „Flügel M“

Aus der Genehmigung:

Mit Schreiben JRC/EOO/TF/ARES(2012)31554 vom 11.01.2012 erklärt die Antragstellerin außerdem, dass – im Institut für Transurane im Zusammenhang mit zukünftigen Reaktorsystemen ̶ zum Beispiel „Generation IV“ ̶ nur Forschungsarbeiten durchgeführt werden, die sich ausschließlich auf sicherungs- und sicherheitsrelevante Fragestellungen im Hinblick auf den Einsatz von Kernbrennstoffen in diesen Reaktorsystemen und den dazugehörigen Brennstoffkreisläufen, nicht aber auf Entwicklungsarbeiten für diese Reaktorsysteme beziehe

Aber:Ohne diese Brennstoffe sind diese neuen Reaktortypen nicht möglich.

Wahlprüfsteine für die Gemeinderatswahl 2019 – Vorschlag des Karlsruher Bündnis‘ gegen neue Atomreaktoren

02.03.2019
Karlsruher Umweltverbände erstellen Wahlprüfsteine für die anstehende Gemeinderatswahl. Nachfolgend unsere Vorschläge:

  1. Werden Sie sich dafür einsetzen, dass Karlsruhe als Partnerstadt der ‚Mayors for Peace‘ den ICAN-Städteappell¹ schnellstmöglich unterzeichnet?
  2. Werden Sie sich dafür einsetzen, dass die sogenannte Sicherheitsforschung für die 4. Generation von Atomreaktoren in den Instituten des KIT schnellstmöglich beendet wird?

¹ vgl. https://www.icanw.de/ican-staedteappell/
ICAN ruft international Städte dazu auf, den Vertrag zum Verbot von Atomwaffen zu unterstützen. Große Städte in Nordamerika, Europa und Australien haben den Appell schon unterzeichnet, der wie folgt lautet:

“Unsere Stadt/unsere Gemeinde ist zutiefst besorgt über die immense Bedrohung, die Atomwaffen für Städte und Gemeinden auf der ganzen Welt darstellen. Wir sind fest überzeugt, dass unsere Einwohner und Einwohnerinnen das Recht auf ein Leben frei von dieser Bedrohung haben. Jeder Einsatz von Atomwaffen, ob vorsätzlich oder versehentlich, würde katastrophale, weitreichende und lang anhaltende Folgen für Mensch und Umwelt nach sich ziehen. Daher begrüßen wir den von den Vereinten Nationen verabschiedeten Vertrag zum Verbot von Atomwaffen 2017 und fordern die Bundesregierung auf, ihm beizutreten.“
Los Angeles, Manchester, Sydney und Mainz haben sich bereits dem ICAN-Städteappell angeschlossen.

Expertise zur Öffentlichkeitsbeteiligung bei der Standortsuche

Mehr Schein als Sein: In allen ungelösten Atommüll-Konflikten zwischen Staat und Bevölkerung spielt die Forderung nach weitreichender Öffentlichkeitsbeteiligung eine zentrale Rolle. Bei der 2017 gestarteten Standortsuche für ein langfristiges Atommüll-Lager kündigen Gesetzgeber und Behörden nun ein noch nie dagewesenes Beteiligungsverfahren an. Was steckt dahinter – ein ernstgemeintes Angebot oder pure Simulation? Dr. Dieter Kostka spürt im Auftrag von .ausgestrahlt in seiner Expertise „Öffentlichkeitsbeteiligung bei der Standortsuche nach StandAG“ auf 160 Seiten dieser und anderen Fragen nach. Wo etwa liegt der Unterschied zwischen beteiligt werden und beteiligt sein? Und was geschieht, wenn ich zwar angehört, aber nicht gehört werde? Kostka fordert seine Leserinnen und Leser auf, genau hinzusehen und hinzuhören, um nicht in die Mitmachfalle zu tappen.

Information und Stellungnahme der Ulmer Ärzteinitiative zur Müllverbrennung von radioaktiven AKW-Abfällen

ippnw

Information und Stellungnahme der Ulmer Ärzteinitiative zur Müllverbrennung von radioaktiven AKW-Abfällen

vom 02.02.2019

Müllverbrennung von radioaktiven AKW-Abfällen
Müllverbrennung kann Radioaktivität nicht aus der Welt schaffen, sondern nur neu in der Umgebung verteilen. Die Ulmer Ärzteinitiative lehnt es ab, dass radioaktiv belastetes AKW-Abrissmaterial über alle unsere Köpfe hinweg in der Luft verteilt wird.

„Freimessung“
Auch eine „Freimessung“ entsorgt Radioaktivität nicht wirklich, sondern verdünnt und verteilt sie nur weiter. „Freimessung“ ist ein verharmlosendes Wort für eine fragwürdige Methode, mit der radioaktives Material abgetrennt und lediglich anders verteilt wird.
Danach wird das Material nach einer Messung juristisch nicht mehr als Atommüll definiert und kann von der Atomindustrie trotz weiterer Strahlung ohne weitere Vorsichts-Maßnahmen und ohne weitere Aufsicht als normaler Müll abgegeben werden.

Gefahren ionisierender Strahlung
Es gibt keinen unteren Strahlengrenzwert, unter dem eine radioaktive Belastung als wirkungslos bezeichnet werden kann. Jede weitere Strahlenbelastung und auch viele kleine weiteren zusätzlichen Belastungen rufen bei Mensch, Tier und Pflanze weitere Folgen hervor, die sich im Laufe der Jahre summieren.

Alternative
Sicherer Einschluss des Materials vor Ort. Dann müsste nichts gesundheitsgefährdend vorbehandelt und getrennt, nichts transportiert und auch nichts im Müllheizkraftwerk verbrannt werden.

Müllverbrennung von radioaktiven AKW-Abfällen
Radioaktiv belastete Überreste des 1977 havarierten Blocks A im AKW Gundremmingen sind offensichtlich schon seit Jahren von der Öffentlichkeit unbemerkt, in der Müll- Verbrennungsanlage Weißenhorn verbrannt worden. Nicht nur der brennbare Abraum vom Block A, sondern auch sogenanntes radioaktiv gering belastetes Material aus dem AKW-Normalbetrieb, wie Schutzanzüge, Wischtücher und vieles mehr werden dabei als normaler Gewerbemüll behandelt und dort zusammen mit dem Hausmüll Tag für Tag verbrannt.
Durch den geplanten Abbau des Blocks B sollen auch in Zukunft pro Jahr 5 bis 15 Tonnen brennbares Material aus dem AKW zur Verbrennung in Weißenhorn angeliefert werden. Radioaktivitätskontrollen zum Schutz der Umgebungsbevölkerung und der im Heizkraftwerk beschäftigten Menschen sind weder im Rauchgas noch im Filterstaub durchgeführt worden. Auch sind keine Strahlenmessungen der ausgebrachten Restschlacke und der Strahlenbelastung der Weißenhorner Umgebung öffentlich bekannt gemacht worden.

Die Ulmer Ärzteinitiative weißt darauf hin, dass eine Müllverbrennung keine Radioaktivität aus der Welt schaffen kann. Die vorhandenen radioaktiven Partikel werden nur neu in der Umgebung verteilt. Die Ulmer Ärzteinitiative lehnt es ab, dass radioaktiv belastetes AKW-Abrissmaterial über alle unsere Köpfe hinweg in der Luft verteilt wird.

„Freimessung“
Auch eine „Freimessung“ entsorgt Radioaktivität nicht wirklich, sondern verdünnt und verteilt sie nur weiter. Dabei werden die radioaktiv belasteten Materialien so lange physikalisch an den Oberflächen durch Putzen, Schrubben, Säureanwendung und vieles mehr behandelt, bis die Strahlung unter einen bestimmten Wert (10 Mikrosievert) gesunken ist. Materialien unterhalb dieses Wertes werden nach der Messung juristisch als harmlos definiert obwohl sie noch radioaktive Partikel in sich tragen. Die Strahlenschutzverordnung der BRD erlaubt, dass nach einer „Freimessung“ radioaktiv belastetes Material ohne jede weitere Prüfung und Aufsicht frei in die Umgebung abgegeben werden kann.
Problem 1: Die physikalische Behandlung der Materialien verringert keine Radioaktivität, sondern setzt sie teilweise neu in die Umgebung frei, bzw. verlagert sie nur, z.B. in die Putzflüssigkeiten.
Problem 2: Die „freigemessenen“ Materialien sind auch in Zukunft nicht so harmlos, wie es das Wort „frei“ es uns glauben machen soll.

Die Ulmer Ärzteinitiative hält die sogenannte Freimessung für eine falsche Methode der Entsorgung und das Wort selbst für eine Verharmlosung. Die angewandte Technik verlagert lediglich die Radioaktivitätsmengen und auch nach der Behandlung ist das Material nicht frei von radioaktiver Strahlung.

Gefahren ionisierender Strahlung
Schon die sogenannte natürliche Hintergrundstrahlung verursacht epidemiologisch nachweisbare Gesundheitsschäden. Bereits die niedrigen Dosen der Hintergrundstrahlung (inhaliertes Radon, terrestrische und kosmische Strahlung, mit der Nahrung aufgenommene natürliche Radioisotope) führen zu epidemiologisch nachweisbaren Gesundheitsschäden.
Das Argument, eine Strahlenbelastung bewege sich „nur“ im Dosisbereich der „natürlichen“ Hintergrundstrahlung und sei deshalb unbedenklich, ist daher irreführend. Die immer wieder zitierte Grenze zur angeblichen Ungefährlichkeit von 10 Mikrosievert/Jahr ist willkürlich gesetzt auf Grundlage eines künstlichen und fehlerhaften Rechenmodells, das schon vor Jahrzehnten zu Gunsten der Atomindustrie eingeführt worden ist.

Es gibt keinen unteren Strahlengrenzwert, unter dem eine radioaktive Belastung als wirkungslos bezeichnet werden kann. Jede weitere Strahlenbelastung und auch viele kleine weiteren zusätzlichen Belastungen rufen bei Mensch, Tier und Pflanze weitere Folgen hervor, die sich im Laufe der Jahre summieren.

Alternative: Sicherer Einschluss vor Ort
Statt eines vollständigen AKW-Rückbaues, der die Gesundheit von uns allen gefährden kann, würde ein sicherer Einschluss des gering radioaktiven Mülls vor Ort im AKW uns alle auf Dauer nicht belasten. Das Material könnte durch Abwarten auf natürliche Art und Weise einen erheblichen Teil seiner Strahlungsgefährlichkeit verlieren.
Dann müsste nichts gesundheitsgefährdend vorbehandelt und getrennt, nichts transportiert und auch nichts im Müllheizkraftwerk verbrannt werden

Außerdem
Die Problematik einer verantwortungsvollen Zwischen- und Langzeitlagerung von hochradioaktiven Spaltprodukten und Brennstäben und auch der mittelradioaktiv kontaminierten AKW-Bauteile bleibt weiterhin ungelöst.

Und wir sollten nicht vergessen: Immer noch wird in laufenden AKWs Tag für Tag weiter neuer Atommüll produziert. Das sollte besser heute als Morgen ein Ende haben.

Weiterführende Informationen

Information von www.ippnw.de
„Gefahren ionisierender Strahlung: Ergebnisse des Ulmer Expertentreffens vom 19. Oktober 2013“
https://www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Atomenergie/Ulmer_Expertentreffen_-
_Gefahren_ionisierender_Strahlung.pdf

Infobroschüre von www.baesh.de
„versteckt − verteilt − verharmlost: AKW-Abriss − Wie uns Atomindustrie und Politik ihren radioaktiven Müll unterjubeln!“

Infobroschüre von www.ippnw.de
„Freigabe radioaktiven Materials beim AKW-Abriss: Dauerhafter Einschluss statt Rückbau?“
www.kurzlink.de/AKW-Abriss

Stellungnahme der Ulmer Ärzteinitiative www.ippnw-ulm.de
„zum Abbau des Blocks B im AKW Gundremmingen“ vom März 2017
(= Einspruchstext gegen das Abbau-Genehmigungsverfahren)
https://ippnw-ulm.de/wp-content/uploads/2017/03/2017-03-Stellungnahme-der-Ulmer-Aerzteinitiative-IPPNW-zum-Abbau-des-Blocks-B-im-AKW-Gundremmingen.pdf

Redaktion
Reinhold Thiel, Sprecher der Ulmer Ärzteinitiative – IPPNW www.ippnw-ulm.de

NeuartigeThoriumatom-Reaktoren und deren Risiken

Deutschland ist aus der Atomwirtschaft ausgestiegen,
die Atomreaktoren der 2. Generation werden stillgelegt und rückgebaut.

Reaktoren der 3. Generation werden unter wachsenden Schwierigkeiten in Frankreich und Finnland zurzeit gebaut und in Großbritannien geplant.
Die sich im Entwicklungsstadium befindenden Atomreaktoren der 4. Generation Flüssigsalzreaktoren wie der Molten Salt Reactor, MSR, und dessen Weiterentwicklung, der Molten Salt Fast Reactor, MSFR, arbeiten bei hohen Temperaturen von 500 bis 800° Celsius mit Thorium als Brutmaterial.

„NeuartigeThoriumatom-Reaktoren und deren Risiken“ weiterlesen