Trauerspiel mit dem Pannenmeiler

Leserinnenbrief von Brigitte Schilli, veröffentlicht am 27.06.19 in der BNN

Zu „Alterungsrisse sorgten für Abschaltung von Block 2“ vom 18. Juni:

Geld regiert die Welt, und gleichermaßen sinkt anscheinend die Verantwortung der EnBW und der Genehmigungsbehörden des Landes Baden-Württemberg für die Bevölkerung. Statt zu agieren und die überalterten Pannenmeiler Philippsburg 2 und Neckarwestheim abgeschaltet zu lassen wird auf Materialermüdungspannen nur mit schnellst möglichen Reparaturen und Beschwichtigungen reagiert. Hauptsache, der Euro rollt wieder.

Ein Trauerspiel, denn eigentlich hätte der Pannenmeiler ironischerweise schon am 26. April, dem Jahrestag der Tschernobylkatastrophe, vom Netz genommen werden sollen, gäbe es da nicht die gesetzliche Trickserei mit den
Übertragungen der Reststrommengen von Block 1 zu Block 2.

Also reitet die EnBW das halb tote Pferd weiter bis zum 31. Dezember dieses Jahres, hofft vielleicht noch auf einige bis dahin laut werdende Stimmen aus der Politik, die Laufzeiten weiter zu verlängern, um weiter die Netze mit dem Atomstrom zu verstopfen und den Atommüllberg weiterhin anwachsen zu lassen.
Wie hoch die Bereitschaft ist, noch Geld für die Sicherheit der alten Meiler zu investieren, bleibt mir als offene Frage an die Betreiber und Politik.

Es wäre doch ein positives Zeichen im Sinne des propagierten Umbaus der EnBW hin zu erneuerbaren Energien gewesen, die überalterten A-Meiler abgeschaltet zu lassen, bevor sie uns allen noch um die Ohren fliegen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.