Wir gedenken unserer Freundin und Anti-Atom-Aktivistin Renate Großmann-Kohl

Traueranzeige in der BNN vom 05.03.2022

Nachruf

Es gehört viel Mut dazu, sich ganz alleine an den Bahnhof von Philippsburg mit einem Transparent in der Hand zu stellen, sich von PassantInnen kritisch beäugen zu lassen und sich von Polizisten umzingeln zu lassen. Renate war so mutig. 

Als im Jahr 2001 der erste Castor nach Umweltministerin Merkels angeordnetem Transportestopp  aus Philippsburg rollen sollte, stand Renate plötzlich auf der Matte „So, hier bin ich. Was kann ich tun?“

Bis zu ihrem Wegzug nach Frankreich Ende 2019 blieb sie eine der aktivsten AtomkraftgegnerInnen im Ländle. Kaum eine Demonstration gegen Atomkraft fand ohne sie statt, anfangs mitlaufend, schließlich mitfahrend im Rollstuhl. Unzählige Versammlungen und Demos meldete sie selbst an. Manch ein Castor wäre ohne sie einfach durchgefahren.

So vielseitig ihr Einsatz gegen Atomkraft war, so vielfältig lebte sie ihr Leben. Nachmittags in der Wagenburg auf einen Cafe vorbeizukommen und abends nach Baden-Baden in die Oper zu fahren, war für Renate kein Widerspruch.

Renate wird uns nicht nur als mutige, aufrechte Mitstreiterin in Erinnerung bleiben. Auch im Privaten lebte sie uns tagtäglich vor, bei sich selbst zu bleiben und sich nicht beirren zu lassen. Ihre Kraft, Schmerzen auszuhalten und ihr Wille, trotzdem durchzuhalten und weiterzumachen haben uns tief beeindruckt. 

Sie starb in der Nacht zum 28. Februar 2022 in Frankreich.

Liebe Renate, wir werden dich schmerzlich vermissen

Fotos und Erinnerungen an Renate, die Fotos wurden zwischen 2002 und 2017 aufgenommen.
Renate, wir vermissen dich!!!