Redebeitrag von Gesundheit statt Profite bei der Kundgebung am 25.04.26 am KA Hbf
Vertuscht und verharmlost
Tschernobyl steht wie Fukushima für eine der größten und verheerendsten zivilen Atomunfälle. Die radioaktive Wolke zog um die ganze Erde und macht Millionen von Menschen über Nacht zu Opfer.
Nach rund 70 Jahren „friedlicher Nutzung „der Kernenergie in großtechnischen Anlagen gehören geschmolzene Reaktorkerne, unbewohnbare Gebiet, radioaktive Wolken, verseuchter Atommüll, für den es immer noch keine adäquate Entsorgungsmöglichkeit gibt und vermutlich auch nie geben wird und eine unbekannte Zahl von Toten zur Bilanz.
Zu dieser Bilanz gehört auch der Versuch der verantwortlichen Politiker und Organisationen, das Ausmaß der wahren Folgen der bisherigen Atomunfälle zu verheimlichen oder zu bagatellisieren.
Die Folgen der Verstrahlung sind Frühaborte, Fehl- und Frühgeburten, Fehlbildungen, Chromosomenaberrationen, Leukämie, Lymphome und solide Tumoren und weitere strahleninduzierte Pathologien, beispielsweise des Herz-Kreislauf-Systems.
Dennoch wurde und wird über das Ausmaß der Verseuchung, die Hilfslosigkeit der Helfer und auch über die gewaltigen Kosten, die nicht die Atomindustrie, sondern vor allem die Staaten tragen, geschwiegen.
Die IAEO als internationale Atomenergiebehörde ist da ein unrühmliches Beispiel. Sie steht für die Verhinderung der Weiterverbreitung von Atomwaffen, die Aufdeckung der gesundheitlichen und ökologischen Folgen von Atomkatastrophen steht nicht in ihrem Fokus.
So legte die IAEO am 20ten Jahrestag von Tschernobyl einen Bericht mit offensichtlich unzureichenden Angaben zur Strahlenbelastung, zur Größe der betroffenen Personengruppe und zum Zeitraum der erhöhten Strahlenbelastung mit ihren Folgen vor.
Dabei gibt es dazu ganz konkrete Zahlen:
- In der unmittelbaren Umgebung des havarierten Kraftwerks arbeiteten in den Wochen und Monaten nach dem Super-GAU mehr als 800 000 Aufräum- und Katastrophenarbeiter, die sogenannten Liquidatoren. Sie erhielten die größte Strahlendosis und erlitten die schwerwiegendsten gesundheitlichen Schäden.
- Ungefähr 8,3 Millionen Bürger und Bürgerinnen der Ukraine, Weißrusslands und Russlands wurden großen Mengen radioaktiven Niederschlags ausgesetzt.
- schätzungsweise 500 Millionen Menschen in ganz Europa wurden mit geringeren Strahlendosen belastet.
- Auch in Deutschland kamen so Millionen von Menschen jenseits medizinischer Behandlungen in Kontakt mit radioaktiven Isotopen wie Jod-131 oder Cäsium-137 und nahmen sie mit der Atemluft, kontaminierter Nahrung, Milch und Trinkwasser in den Körper auf. Bis heute werden gesundheitsschädigende Mengen radioaktiven Cäsiums in bayerischem Wild und Waldfrüchten gefunden.
Das Zitat von Hans Blix, von 1981 bis 1997 Direktor der IAEO
„Angesichts der Wichtigkeit der Kernenergie könnte die Welt einen Unfall vom Ausmaß Tschernobyl pro Jahr ertragen“
spiegelt die Haltung der Atomwirtschaft und ihren verantwortlichen Politikern wider.
Zum Jahrestag von Tschernobyl gehört auch die Erinnerung, wer damals sofort und umfassend geholfen hat. Kuba hat damals Tausende von verstrahlten Kindern und Jugendliche aufgenommen und behandelt. Dasselbe Kuba, das jetzt auf der Abschussliste des Mörders im Weißen Haus steht.
Das Wissen über Radioaktive Strahlung und ihre Folgen auf die Gesundheit von Menschen und Natur sind heute überaus relevant, besonders vor dem Hintergrund der EU-Politik, die Milliarden an Fördergeldern in Atomprojekte fließen lassen will.
- Frau von der Leyen befürwortet bspw. die Entwicklung sog. Minireaktoren
- Die EU und ganz vorne Deutschland planen die Entwicklung europäischer Atomwaffen
- Noch 2026 ist die Aufstellung amerik. Mittelstreckenraketen, die atomar bewaffnet/ bestückt werden können, in Deutschland geplant.
Nehmen wir diesen 40.ten Jahrestag zum Anlass NEIN zu sagen. Nein zum europ. Atomprogramm. Nein zur Militarisierung und Aufrüstung. Nein zur Stationierung von Mittelstreckenraketen in Deutschland.
Prävention bedeutet für uns Beschäftigte im Gesundheitswesen, dass wir verhindern müssen, was wir nicht heilen können!