Anti-Atom Karlsruhe

Das Karlsruher Bündnis stellt sich vor

In Karlsruhe gibt es derzeit vier Gruppen, die sich mit dem Thema Atompolitik beschäftigen.
Allen vier Gruppen ist gemeinsam, dass sie für den vollständigen Ausstieg aus der industriellen Atomenergie kämpfen!

Drei dieser Gruppen haben sich entschieden eine gemeinsame Homepage zu betreiben. Allerdings arbeitet jede Gruppe unabhängig, wenn auch manchmal in Personalunion.

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Expertise zur Öffentlichkeitsbeteiligung bei der Standortsuche

Mehr Schein als Sein: In allen ungelösten Atommüll-Konflikten zwischen Staat und Bevölkerung spielt die Forderung nach weitreichender Öffentlichkeitsbeteiligung eine zentrale Rolle. Bei der 2017 gestarteten Standortsuche für ein langfristiges Atommüll-Lager kündigen Gesetzgeber und Behörden nun ein noch nie dagewesenes Beteiligungsverfahren an. Was steckt dahinter – ein ernstgemeintes Angebot oder pure Simulation? Dr. Dieter Kostka spürt im Auftrag von .ausgestrahlt in seiner Expertise „Öffentlichkeitsbeteiligung bei der Standortsuche nach StandAG“ auf 160 Seiten dieser und anderen Fragen nach. Wo etwa liegt der Unterschied zwischen beteiligt werden und beteiligt sein? Und was geschieht, wenn ich zwar angehört, aber nicht gehört werde? Kostka fordert seine Leserinnen und Leser auf, genau hinzusehen und hinzuhören, um nicht in die Mitmachfalle zu tappen.

Information und Stellungnahme der Ulmer Ärzteinitiative zur Müllverbrennung von radioaktiven AKW-Abfällen

ippnw

Information und Stellungnahme der Ulmer Ärzteinitiative zur Müllverbrennung von radioaktiven AKW-Abfällen

vom 02.02.2019

Müllverbrennung von radioaktiven AKW-Abfällen
Müllverbrennung kann Radioaktivität nicht aus der Welt schaffen, sondern nur neu in der Umgebung verteilen. Die Ulmer Ärzteinitiative lehnt es ab, dass radioaktiv belastetes AKW-Abrissmaterial über alle unsere Köpfe hinweg in der Luft verteilt wird.

„Freimessung“
Auch eine „Freimessung“ entsorgt Radioaktivität nicht wirklich, sondern verdünnt und verteilt sie nur weiter. „Freimessung“ ist ein verharmlosendes Wort für eine fragwürdige Methode, mit der radioaktives Material abgetrennt und lediglich anders verteilt wird.
Danach wird das Material nach einer Messung juristisch nicht mehr als Atommüll definiert und kann von der Atomindustrie trotz weiterer Strahlung ohne weitere Vorsichts-Maßnahmen und ohne weitere Aufsicht als normaler Müll abgegeben werden.

Gefahren ionisierender Strahlung
Es gibt keinen unteren Strahlengrenzwert, unter dem eine radioaktive Belastung als wirkungslos bezeichnet werden kann. Jede weitere Strahlenbelastung und auch viele kleine weiteren zusätzlichen Belastungen rufen bei Mensch, Tier und Pflanze weitere Folgen hervor, die sich im Laufe der Jahre summieren.

Alternative
Sicherer Einschluss des Materials vor Ort. Dann müsste nichts gesundheitsgefährdend vorbehandelt und getrennt, nichts transportiert und auch nichts im Müllheizkraftwerk verbrannt werden.

Müllverbrennung von radioaktiven AKW-Abfällen
Radioaktiv belastete Überreste des 1977 havarierten Blocks A im AKW Gundremmingen sind offensichtlich schon seit Jahren von der Öffentlichkeit unbemerkt, in der Müll- Verbrennungsanlage Weißenhorn verbrannt worden. Nicht nur der brennbare Abraum vom Block A, sondern auch sogenanntes radioaktiv gering belastetes Material aus dem AKW-Normalbetrieb, wie Schutzanzüge, Wischtücher und vieles mehr werden dabei als normaler Gewerbemüll behandelt und dort zusammen mit dem Hausmüll Tag für Tag verbrannt.
Durch den geplanten Abbau des Blocks B sollen auch in Zukunft pro Jahr 5 bis 15 Tonnen brennbares Material aus dem AKW zur Verbrennung in Weißenhorn angeliefert werden. Radioaktivitätskontrollen zum Schutz der Umgebungsbevölkerung und der im Heizkraftwerk beschäftigten Menschen sind weder im Rauchgas noch im Filterstaub durchgeführt worden. Auch sind keine Strahlenmessungen der ausgebrachten Restschlacke und der Strahlenbelastung der Weißenhorner Umgebung öffentlich bekannt gemacht worden.

Die Ulmer Ärzteinitiative weißt darauf hin, dass eine Müllverbrennung keine Radioaktivität aus der Welt schaffen kann. Die vorhandenen radioaktiven Partikel werden nur neu in der Umgebung verteilt. Die Ulmer Ärzteinitiative lehnt es ab, dass radioaktiv belastetes AKW-Abrissmaterial über alle unsere Köpfe hinweg in der Luft verteilt wird.

„Freimessung“
Auch eine „Freimessung“ entsorgt Radioaktivität nicht wirklich, sondern verdünnt und verteilt sie nur weiter. Dabei werden die radioaktiv belasteten Materialien so lange physikalisch an den Oberflächen durch Putzen, Schrubben, Säureanwendung und vieles mehr behandelt, bis die Strahlung unter einen bestimmten Wert (10 Mikrosievert) gesunken ist. Materialien unterhalb dieses Wertes werden nach der Messung juristisch als harmlos definiert obwohl sie noch radioaktive Partikel in sich tragen. Die Strahlenschutzverordnung der BRD erlaubt, dass nach einer „Freimessung“ radioaktiv belastetes Material ohne jede weitere Prüfung und Aufsicht frei in die Umgebung abgegeben werden kann.
Problem 1: Die physikalische Behandlung der Materialien verringert keine Radioaktivität, sondern setzt sie teilweise neu in die Umgebung frei, bzw. verlagert sie nur, z.B. in die Putzflüssigkeiten.
Problem 2: Die „freigemessenen“ Materialien sind auch in Zukunft nicht so harmlos, wie es das Wort „frei“ es uns glauben machen soll.

Die Ulmer Ärzteinitiative hält die sogenannte Freimessung für eine falsche Methode der Entsorgung und das Wort selbst für eine Verharmlosung. Die angewandte Technik verlagert lediglich die Radioaktivitätsmengen und auch nach der Behandlung ist das Material nicht frei von radioaktiver Strahlung.

Gefahren ionisierender Strahlung
Schon die sogenannte natürliche Hintergrundstrahlung verursacht epidemiologisch nachweisbare Gesundheitsschäden. Bereits die niedrigen Dosen der Hintergrundstrahlung (inhaliertes Radon, terrestrische und kosmische Strahlung, mit der Nahrung aufgenommene natürliche Radioisotope) führen zu epidemiologisch nachweisbaren Gesundheitsschäden.
Das Argument, eine Strahlenbelastung bewege sich „nur“ im Dosisbereich der „natürlichen“ Hintergrundstrahlung und sei deshalb unbedenklich, ist daher irreführend. Die immer wieder zitierte Grenze zur angeblichen Ungefährlichkeit von 10 Mikrosievert/Jahr ist willkürlich gesetzt auf Grundlage eines künstlichen und fehlerhaften Rechenmodells, das schon vor Jahrzehnten zu Gunsten der Atomindustrie eingeführt worden ist.

Es gibt keinen unteren Strahlengrenzwert, unter dem eine radioaktive Belastung als wirkungslos bezeichnet werden kann. Jede weitere Strahlenbelastung und auch viele kleine weiteren zusätzlichen Belastungen rufen bei Mensch, Tier und Pflanze weitere Folgen hervor, die sich im Laufe der Jahre summieren.

Alternative: Sicherer Einschluss vor Ort
Statt eines vollständigen AKW-Rückbaues, der die Gesundheit von uns allen gefährden kann, würde ein sicherer Einschluss des gering radioaktiven Mülls vor Ort im AKW uns alle auf Dauer nicht belasten. Das Material könnte durch Abwarten auf natürliche Art und Weise einen erheblichen Teil seiner Strahlungsgefährlichkeit verlieren.
Dann müsste nichts gesundheitsgefährdend vorbehandelt und getrennt, nichts transportiert und auch nichts im Müllheizkraftwerk verbrannt werden

Außerdem
Die Problematik einer verantwortungsvollen Zwischen- und Langzeitlagerung von hochradioaktiven Spaltprodukten und Brennstäben und auch der mittelradioaktiv kontaminierten AKW-Bauteile bleibt weiterhin ungelöst.

Und wir sollten nicht vergessen: Immer noch wird in laufenden AKWs Tag für Tag weiter neuer Atommüll produziert. Das sollte besser heute als Morgen ein Ende haben.

Weiterführende Informationen

Information von www.ippnw.de
„Gefahren ionisierender Strahlung: Ergebnisse des Ulmer Expertentreffens vom 19. Oktober 2013“
https://www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Atomenergie/Ulmer_Expertentreffen_-
_Gefahren_ionisierender_Strahlung.pdf

Infobroschüre von www.baesh.de
„versteckt − verteilt − verharmlost: AKW-Abriss − Wie uns Atomindustrie und Politik ihren radioaktiven Müll unterjubeln!“

Infobroschüre von www.ippnw.de
„Freigabe radioaktiven Materials beim AKW-Abriss: Dauerhafter Einschluss statt Rückbau?“
www.kurzlink.de/AKW-Abriss

Stellungnahme der Ulmer Ärzteinitiative www.ippnw-ulm.de
„zum Abbau des Blocks B im AKW Gundremmingen“ vom März 2017
(= Einspruchstext gegen das Abbau-Genehmigungsverfahren)
https://ippnw-ulm.de/wp-content/uploads/2017/03/2017-03-Stellungnahme-der-Ulmer-Aerzteinitiative-IPPNW-zum-Abbau-des-Blocks-B-im-AKW-Gundremmingen.pdf

Redaktion
Reinhold Thiel, Sprecher der Ulmer Ärzteinitiative – IPPNW www.ippnw-ulm.de

NeuartigeThoriumatom-Reaktoren und deren Risiken

Deutschland ist aus der Atomwirtschaft ausgestiegen,
die Atomreaktoren der 2. Generation werden stillgelegt und rückgebaut.

Reaktoren der 3. Generation werden unter wachsenden Schwierigkeiten in Frankreich und Finnland zurzeit gebaut und in Großbritannien geplant.
Die sich im Entwicklungsstadium befindenden Atomreaktoren der 4. Generation Flüssigsalzreaktoren wie der Molten Salt Reactor, MSR, und dessen Weiterentwicklung, der Molten Salt Fast Reactor, MSFR, arbeiten bei hohen Temperaturen von 500 bis 800° Celsius mit Thorium als Brutmaterial.

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Brennelemente-Fabrik in Lingen sofortige Stilllegung

BBU-Pressemitteilung, Bonn, Hannover, Lingen, 07.12.2018

Nach Brand in der Brennelementfabrik:
Schutz der Bevölkerung muss oberste Priorität haben.
Über 350 Organisationen fordern sofortige Stilllegung

Nach dem Brand in der Brennelementefabrik in Lingen (Donnerstag Abend, 6.12.2018) fordert der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) mit großem Nachdruck die sofortige Stilllegung der schon lange umstrittenen emsländischen Atomfabrik. Erst gestern hatte der BBU nach den jüngsten Pannen in der Anlage deren Stilllegung gefordert. Kurz danach brach das Feuer aus. “Die Landesregierung in Hannover darf jetzt nicht wieder mit Beschwichtigungen reagieren. Der Schutz der Bevölkerung muss oberste Priorität haben“, fordert BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz in einer ersten Stellungnahme nach dem Brand.

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Erörterungstermin zu GNK 2

Eingangsstatement von Harry Block
bezüglich der Erteilung der Stilllegungs- und Abbaugenehmigung (SAG) für das Kernkraftwerk Neckarwestheim 2 nach § 7 Absatz 3 des Atomgesetzes, am 27.11.2018


Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitbetroffene, 
andere kritische Menschen und ich haben ein Buch über die Strategische Einbindung von Initiativen bei Erörterungen wie dieser und Mediationen geschrieben.
Diese Mitmachfalle hat nun Dr. Dieter Kostka in seiner Expertise zur Öffentlichkeitsbeteiligung bei der Standortsuche für ein langfristiges Atommüll-Lager nochmals aufgearbeitet.
Ich werde im Folgenden seine und meine Anmerkungen zu diesem Verfahren vortragen, deren Einschätzung man dann im Ergebnis überprüfen kann.

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Castor-Transporte von La Hague nach Philippsburg (voraussichtlich in 2019)

Sicherheit bei der Rücknahme von radioaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitung.

Kurzbericht zu der Informationsveranstaltung der BfE,  14.11.2018 

Moderation: Oliver Deuker, Journalist

Podiums-TeilnehmerInnen:
Bürgermeister Philippsburg, Stefan Martus
Chef der EnBW, Jörg Michels
Präsident der BfE, Wolfram König
Umweltministerium BaWü,Helmfried Meinel

Es waren ca. 80 Personen anwesend, u.a. Anti-Atom-Ini KA, Sylvia Kotting-Uhl MdB, BUND Karlsruhe. Im Publikum war zudem der neue Chef der neuen BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung GmbH, Herr Heck.

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Die Umwelt- und Anti-Atom-Bewegung müssen sich ändern

schreibt Axel vom BUND Freiburg:

„Wenn industrienahe Tarnorganisationen der Atomlobby so schöne Namen haben wie “ Energy for Humanity, Environmentalists For Nuclear, Environmental Progress  und Ökomoderne“ dann sollten wir uns Sorgen machen.

Reiche industrienahe und industriegelenkte „Umweltorganisationen“ wie die Wildtierstiftung werden zunehmend mächtiger und die Umweltbewegung steckt den Kopf in den Sand und bewegt sich in einer Wahrnehmungsblase.
Als Traditionsorganisationen lieben und pflegen wir Aktionsformen aus dem letzten Jahrhundert die immer noch notwendig sind, aber ergänzt werden müssen.
Wir haben das Internet noch nicht als Konfliktzone entdeckt, um die wir kämpfen müssen.

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Strahlende Zukunft in der Fächerstadt:

Neue Technologien für eine Atomkraft ohne Risiko?

Nur: 
Strahlende Augen bekommen wir bei dieser Technologie, die aus den 50er und 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts stammt, nicht, auch wenn sie die „inhärent“ sichere Lösung für unsere Klimaprobleme verspricht.
Denn: 
Thoriumreaktoren können einerseits Strom erzeugen und sind doch so gefährlich wie die Hiroshima-Bombe. 

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Das Karlsruher Bündnis gegen neue Generationen von Atomreaktoren stellt sich vor

Warum haben wir uns gegründet?

Den ersten Impuls zur Gründung des Bündnisses bekamen wir bei den Atomtagen 2017. Nach dem Programmpunkt „Wiedereinstieg mit Thorium?“ waren wir uns einig, dass die Verbindung Karlsruhe und Atomforschung in der Öffentlichkeit nicht die Rolle spielt, die seiner Relevanz entspricht. Immerhin war Karlsruhe mit seinen beiden großen Atomforschungseinrichtungen JRC/ITU und dem heutigen KIT Campus Nord seit den späten 1950er Jahren ein Hotspot der Kernenergieforschung.

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