Die Anti-Atom-Initiative KA feierte ihr 15-jähriges

Am 23. Juni 2926 feierte die Anti-Atom-Ini KA ihr 15 jähriges Jubiläum mit einem Grillfest in der MiKa eG, einem gemeinschaftlichen Wohnprojekt in der Karlsruher Nordstadt.

Bei wunderschönem Wetter mit tollen Gästen haben wir auf das 15-jährige Bestehen unserer Initiative mit Sekt (mit und ohne Alkohol) angestoßen. Anekdoten wurden erzählt, Dias der 40 jährigen Geschichte der Anti-Atom-Bewegung in Karlsruhe angeschaut und kommentiert. Kurze Filme wurden gezeigt, von der Berichterstattung über die Castor-Transporte an denen die Karlsruher*innen teilgenommen hatten und die sie mit den Anti-Atom-Süd-West-Initiativen gemeinsam organisiert hatten. Wir haben tolle Geschichten gehört, viel gelacht und hatten eine gute Zeit miteinander und haben uns gegenseitig bestärkt, dass wir uns auch weiterhin gegen die Nutzung von Atomkraft einsetzen werden und zwar überall.

Wir haben auch den Verlust unserer drei Mitstreiter*innen: Renate, Wolfram und Matthias gewürdigt und betrauert.

Die Anti-Atom-Initiative Karlsruhe zählt derzeit 10 Aktive und weitere Unterstützer*innen.
Das Thema Atomenergie ist leider noch nicht vorbei, wir blicken weiterhin kritisch auf den Abriss der zwei Atomreaktoren in Philippsburg und dem Rückbau der Anlagen am KIT Nord für den die KTE zuständig ist. Im Blick haben wir auch die Forschung am KIT und am JRC und das Thema Atommüllentsorgung.

Bei unserer Feier haben uns unsere Gäste vom ABC Ludwigsburg ein selbstgebasteltes und super kreative Geschenk übergeben, siehe Foto. In Erinnerung an unsere Zusammenarbeit beim Nekar-Castor ist unser damaliges Maskottchen die Anti-Atom-Piratenente im Zentrum des Geschehens. Großen Dank ans ABC für dieses schöne Geschenk!!!

Verwaltungsgerichtshof Mannheim am 16.12.2025:

von Harry Block

Was man auch aus einem verlorenen Prozess lernen kann …

Im Zwischenlager für hochaktiven Atommüll in Philippsburg stehen 106 Castoren. In denen befindet sich hoch radioaktiver Müll, welcher aus der Stromproduktion in Philippsburg aus zwei Atomreaktoren der vergangenen Jahrzehnte stammt. Dieser Müll hat Philippsburg nie verlassen. Nur vier Castoren stammen aus der Wiederaufbereitungsanlage in Frankreich und enthalten in Glas eingeschmolzenen hochaktiven Atommüll. Hierbei handelt es sich um deutschen Atommüll, den Deutschland zurücknehmen muss. Die letzten vier Behälter kamen erst 2024 ins Lager. Nur um diese letzte Einlagerung geht es jetzt in der 9. und 10. Änderungsgenehmigung bei dem Gerichtsverfahren. De facto beinhaltet aber jeder Behälter radioaktives Inventar in einer Größenordnung, die bei der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl freigesetzt wurde.

Bürgermeister Stefan Martus und seine drei Mitkläger bemängeln, dass bei der ursprünglichen Genehmigung des besagten Zwischenlagers die Gefahr durch Drohnenangriffe nicht berücksichtigt wurde. Der Krieg in der Ukraine habe gezeigt, dass selbst günstige Baumarkt-Drohnen mit Sprengstoff militärisch wirksam eingesetzt werden können. Die zentrale Frage ist deshalb: Reichen die heutigen Schutzkonzepte noch aus, wenn Terroristen oder fremde Mächte Drohnen gegen das Zwischenlager einsetzen? Was, wenn bei einem solchen Angriff Radioaktivität freigesetzt wird?

Der Anwalt der Bundesrepublik Deutschland gab zum Wort ‚Drohnenangriff‘ folgende Einlassung: Erst jetzt im Prozess würden die Kläger vom Drohnenangriff mit mehreren Drohnen sprechen, und deshalb könnte man die Einlassung von Oda Becker für die Kläger nicht akzeptieren. Die Gutachterin der Kläger hatte erklärt, dass ein Drohnenangriff mit mehreren Drohnen erfolgt. Die erste Drohne durchdringt mit entsprechender Bewaffnung jede Betonkonstruktion. Die 2. Drohne fliegt durch die Betonlücke in das Lager und schießt mit einem Hohlmantelgeschoss auf die Castoren. Es ist also nur ein Drohnenangriff für eine Katastrophe notwendig.

Die Kläger wollen ferner geklärt wissen, ob die Schutzkonzepte, zum Beispiel bauliche Sicherungen oder Luftsicherungsmaßnahmen eines gezielten Flugzeugabsturzes oder einen mit Bewaffnung ausgestatteten Militärjet aushält.

Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) antwortete, dass bei einem absichtlich herbeigeführten Flugzeugabsturz auf ein Zwischenlager eine Gefährdung von Leben und Gesundheit der Bevölkerung ausgeschlossen werden könne. Das Lager sei mit zusätzlichen Stahlbetonwänden nachgerüstet worden, und das Gelände liegt in einem Flugbeschränkungsgebiet (Anwohnerinnen bestätigen einige direkte Überflüge). Auch die Lüftungsschlitze am Dach des Lagers (das Lager wird mit Umgebungsluft gekühlt) seien verschlossen worden. Die BGZ räumt jedoch ein, dass es Risiken gibt, die der Betreiber allein nicht abdecken kann. Für den Schutz gegen Angriffe von außen seien Maßnahmen der BGZ (BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH) und staatliche Maßnahmen eng verzahnt.

Dazu gab es nun zwei bemerkenswerte Einlassungen.

  1. Ein Luftwaffenoffizier der Bundeswehr wurde nach der Bewaffnung und damit der Sprengkraft der Munition am Jet gefragt. Er wollte oder durfte nicht konkret antworten.
  2. Die enge Verzahnung mit den Sicherheitsbehörden wurde sinngemäß vom Bürgermeister von Philippsburg mit folgender Einlassung beantwortet. Er sei Chef der Polizeibehörde und kenne die Eingriffszeit (geheim!), die vorgesehen sei, um das Eindringen in das Zwischenlager zu verhindern. Beim Betrieb der Atomreaktoren hatte seine Stadt 120 Polizeibeamte, jetzt seien es noch 90. In der Nacht seien 5 Polizisten auf der Wache. Er bezweifelte nicht nur die zeitgerechte Einsatzfähigkeit der Polizei, sondern wies auch darauf hin, dass es derzeit noch keine Drohnenabwehrwaffen für die Polizei gibt.

Mir wurde dabei klar, dass an den 16 Atomstandorten in Deutschland über Jahrzehnte mehrere hunderte Polizisten für mehrere hundert Millionen Euro an den Atommeilerstandorten auf Kosten der SteuerzahlerInnen eingesetzt worden waren.

Am Ende des Prozesstages (ein angesetzter zweiter Tag war nicht nötig), nachdem die Presse bereits fort war, kam es noch zu einer Unterbrechung der Verhandlung. Die von den Klägern geforderte Ausbreitungsrechnung im Falle eines mit Radioaktivitätsaustritt verbundenen ´Störfalls´ lag nicht vor. Der Richter fragte mit Hinweis auf die Gesetzeslage nach dieser. Er erhielt von der Gutachterin die Auskunft, dass wegen den von ihnen berechneten ´geringen radioaktiven Austrittsdosen‘ sie auf eine solche verzichtet hätten. Sie habe deshalb nur eine Plausibilitätsrechnung vorgelegt. Wie dieser Mangel bereinigt wurde, blieb unklar.

Fazit des Anwalts der Bundesrepublik Deutschland: „Die Sache ist juristisch langweilig, aber technisch komplex“.

Mein Fazit: Die Einwände der Kläger wurden in keiner Weise von den vielen Gutachtern ausgeräumt. Da aber schon 8 gültige Veränderungsgenehmigungen vorlagen, war die Genehmigung der Änderungsgenehmigung 9. und 10. nur noch Formsache. Wie bei vielen emissions- und atomrechtlichen Verfahren gelingt diese Salamitaktik, da schon rechtsgültige Genehmigungen bestehen, die nur noch minimal erweitert werden. In diesem Fall wurden die geopolitischen und terroristischen Gefährdungslagen ausgeblendet, weil diese nicht beherrschbar sind. Zwischenlager mit hochaktivem Atommüll sind über noch viel Jahrzehnte tickende hoch gefährliche, nicht kalkulierbare Zeitbomben, nicht nur in Deutschland.

Presseerklärung Bündnis CASTOR-stoppen

24.03.2025

Wieder CASTOR-Transport aus Sellafield abfahrbereit

Im Frühjahr 2025 soll erneut ein CASTOR-Transporte aus der

Plutoniumfabrik Sellafield (GB) nach Deutschland erfolgen. Nach den

Transporten nach Biblis (November 2020) und  Philippsburg (November

2024) soll dieser Transport in das Zwischenlager Ohu/Isar bei Landshut

erfolgen. Es gibt konkrete Hinweise darauf, dass dieser Transport in der

14. Kalenderwoche ab dem 31. März erfolgen wird.

Eines der in Frage kommenden Schiffe (Pacific Grebe) liegt im britischen

Hafen Barrow-in-Furness abfahrbereit am Kai. Da heute Morgen um 9:00 Uhr

der AIS-Sender des Schiffes deaktiviert wurde, ist davon auszugehen,

dass der Belade-Prozess begonnen hat. Das Schiff wird laut

Transportgenehmigung den niedersächsischen Hafen Nordenham ansteuern.

Nach der Verladung der sieben CASTOR-Behälter auf die Bahn wird der

Transport über das Schienennetz mehrerer Bundesländer fortgesetzt.

Aus Protest gegen diesen Transport werden ab dem kommenden Wochenende

Kundgebungen, Mahnwachen und Aktionen stattfinden.

Den Auftakt macht eine Kundgebung am Bremer Hauptbahnhof am Sonntag, 30.

März ab 14:00 Uhr.

Anti-Atom-Gruppen wollen anlässlich dieses Transports auf die ungelöste

Problematik des vorhandenen Atommülls aufmerksam machen. Der geplante

CASTOR-Transport nach Isar ist die Fortsetzung der seit Jahrzehnten

stattfinden sinnlosen Atommüllverschiebung. Im bayrischen Zwischenlager

gibt es kein Reparaturkonzept für defekte Behälter. Die Halle ist nur

bis 2047 genehmigt und nicht ausreichend gegen Einwirkungen von außen

geschützt. Ein tiefengeologisches Atommülllager wird es bis 2047 nicht

geben. Bis zu einer verantwortbaren Lösung für die langfristige Lagerung

der hochradioaktiven Abfälle muss das Hin-und Herschieben von Atommüll

unterbleiben!

– es gibt weiterhin kein vertretbares Endlager-Konzept für den vorhandenen Atommüll

– CASTOR-Zwischenlager werden zu gefährlich ungeeigneten Langzeitlagern

– Atommüll ist nur ungefährlich, wenn er nicht entsteht:

Brennelementefabrik in Lingen und Urananreicherung in Gronau beenden!

– Atomkraft ist kein Klimaretter

Pressekontakt Bündnis CASTOR-stoppen:

Kerstin Rudek Tel. 015902154831

Castor-Alarm

Seit dem 1. März läuft der Genehmigungszeitraum für die ersten Castor-Transporte nach Bayern überhaupt. Es sollen sieben CASTOR-Behälter mit hochradioaktivem Atommüll in das Zwischenlager am niederbayrischen AKW Isar (Niederaichbach im Landkreis Landshut) rollen.

Der Zeitpunkt ist Verschlusssache und somit noch streng geheim. Es gibt aber deutliche Hinweise darauf, dass der Transport bereits in der 14. Kalenderwoche (erste April-Woche) erwartet wird. Klar ist auch die Transportstrecke, da sich diese aus der Transportgenehmigung des Bundesamtes für die „Sicherheit der BASE) ergibt. Laut Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS), die den Transport übernehmen wird, werden die jeweils mehr als 100 Tonnen schweren Behälter zunächst per Schiff nach Nordenham gebracht. Anschließend geht es per Zug über Bremen und vermutlich Hannover und Göttingen durch die gesamte Bundesrepublik bis nach Niederbayern.

Wer aktuell über Neuigkeiten zu diesem Transport informiert werden will, kann sich hier für einen Newsletter per Mail anmelden.

CASTOR-Protest-Kundgebungen am 9.11.24

Am Samstag, 09.11.24 startet der öffentliche Protest der Südwestdeutschen Anti-AKW-Gruppen gegen den geplanten hochradioaktiven CASTOR-Transport von La Hague in Frankreich nach Philippsburg. Wir beginnen mit unserer Kundgebung am Hauptbahnhof in Karlsruhe um 11.30 Uhr, und fahren dann nach Philippsburg.
Dort wird es drei Redebeiträge geben:

  • Anete Wellhöfer zum Thema: CASTOR-Transport
  • Harry Block zum Thema: „Standortlager“ als Endlager?!
  • Herbert Würth zum Thema: Stand Energiewende – wie weiter?

Wir fahren um 12.28 Uhr mit dem Zug und unserem „Atommüll“ nach Philippsburg. Vom Bahnhof aus gehen wir zum Marktplatz, wo eine weitere Kundgebung stattfindet.
Hier nochmals die Zeiten:
Hbf Karlsruhe 11:30 Uhr – Bhf Philippsburg 13:00 Uhr – Marktplatz Philippsburg 13:20 Uhr – Zug Philippsburg – KA 15:00-15:33 Uhr

Nach unseren Informationen soll der Transport mit den 4 CASTOREN in der Woche ab dem 18.11.24 stattfinden.Wir lehnen diesen hochradioaktiven Atommülltransport mit den 4 CASTOREN nach Karlsruhe ab, da die weitere Suche nach einem Langzeitlager vollkommen offen ist.

Der ursprüngliche Zeitfahrplan ist geplatzt, jetzt soll ein Standort bis 2074 gefunden werden. Deshalb lehnen wir diesen sinnlosen hochradioaktiven Transport ab, der Atommüll soll bis zur Klärung einer Langzeitlagerung in La Hague bleiben.
Die sogenannten Standortlager wie das in Philippsburg werden zu unsicheren Langzeitlagern. Die Genehmigung für das sogenannte Zwischenlager läuft 2047 aus. Für diesen Zeitraum sind auch die CASTOREN ausgelegt, und dann?

Aktuell ist noch komplett unklar, ob sich das Endlager in Salz, Ton oder Granit befinden wird. Somit gibt es auch noch keinen Castor-Behälter für das Endlager, da dieser vom Wirtsgestein abhängt. Es muss also neben der Suche für ein Endlager auch ein endlagerfähiger Castor-Behälter entwickelt werden. Klar ist, wenn ein Standort gefunden wird, muss dieser noch als Bergwerk ausgebaut und anschließend alle Castoren transportiert, umgepackt und eingelagert werden. Dies dauert mindestens noch einmal 50 – 70 Jahre, d.h. alle bundesweiten Zwischenlager werden zu unsicheren Langzeitlagern, bis weit ins nächste Jahrhundert. Neben den zentralen Zwischenlagern in Ahaus, Gorleben und Greifswald/Lubmin sind zwölf Lager an AKW-Standorten in Betrieb.
Wir fordern ein gesellschaftlich akzeptiertes Gesamtkonzept, das dafür sorgt, dass die hochradioaktiven Abfälle über einen Zeitraum von 100 Jahren möglichst sicher zwischengelagert werden.

Atommüll und Zwischenlager-Problematik

Der radioaktive Müll wird in Zwischenlagern sicher aufbewahrt.
ODER?
Der hochradioaktive Müll, verpackt in sogenannten Castor-Behältern, wir in Zwischenlagern meist oberirdisch in Hallen aufbewahrt.
Geplant für 40 Jahre, laufen die ersten Genehmigungen bereits 2034 aus. Schon jetzt ist klar, dass ein noch zu findendes Endlager frühestens Anfang/Mitte des nächsten Jahrhunderts zur Verfügung steht.
Und bis dahin? Halten die Castor-Behälter die permanente radioaktive Strahlung und Hitzeentwicklung aus? Bleiben sie transportfähig? Was ist, wenn das Material spröde wird?
Eine Reparatur ist derzeit an keinem Standort möglich.

Alles klar, oder?
www.antiatom.net

Warum der Castor-Transport unsinnig ist

Der von Deutschland produzierte Atommüll muss zurückgenommen werden.
ODER?
Atommüll soll da bleiben, wo er ist. Denn die Transporte von radioaktivem Müll, die oft durch große Städte und Bannlungszentren führen, sind gefährlich für Mensch und Natur. Sie Stellen nur eine Scheinlösung dar. da es kein sicheres Endlager gibt.
Der radioaktive Müll wird zurzeit in CASTOR-Behältern in sogenannten Zwischenlagern aufbewahrt, diese sind für ca. 40 Jahre ausgelegt und genehmigt.
Momentan geht man davon aus, dass die Inbetriebnahme eines Langzeitlagers noch ca. 100 Jahre dauern wird.
Atommülltransporte sind daher aktuell unsinnig.
ALLES KLAR, ODER?
www.antiatom.net

Atommüll-Alarm



Vier Castor-Transporte mit hochradioaktivem Atommüll, kommen voraussichtlich im November 2024 von der Plutoniumfabrik La Hague Frankreich nach Philippsburg, 30 Kilometer nördlich von Karlsruhe, der genaue Termin ist noch nicht bekannt.

Es gibt kein Endlager für den Atommüll. Jeder Atommüll-Transport birgt Risiken und stellt eine Gefahr dar.

Kommt zur Protestkundgebung in Karlsruhe am 09.11.24.

Die Kundgebung der Anti-Atom-Initiativen beginnt um 11:30 Uhr vor dem Karlsruher Hauptbahnhof.
Es wird bunt und laut, mit Redebeiträgen zum Castor-Transport, hochradioaktivem Atommüll, der Zwischenlagerproblematik die zu Langzeitlagern wird, dem fehlenden Endlager und der notwendigen Energiewende.

Wir beginnen um 11:30 Uhr mit der Kundgebung vor dem Karlsruher Hauptbahnhof.
Um 12:28 Uhr fahren wir gemeinsam mit dem Zug nach Philippsburg.
Am Philippsburger Bahnhof beginnen wir um 13 Uhr mit unserer Demo.
Am Marktplatz von Philippsburg wird es eine Kundgebung geben.
Wir planen mit dem Zug um 15 Uhr zurück zu fahren, und kommen voraussichtlich am Karlsruher Hauptbahnhof um 15:33 Uhr an.
Schließt euch uns an.
Protestiert mit uns für eine bessere und sichere Welt.

Wir sind solidarisch mit dem Karlsruher Netzwerk gegen Rechts, das an diesem Tag, dem 09. November, dazu aufruft den Nazi Aufmarsch in Karlsruhe vor dem Hauptbahnhof zu verhindern und schließen uns bei unserer Rückkehr dem Protest an.

Atommüll-Alarm! Kundgebungen am 9.11. in Karlsruhe und Philippsburg

Vor 40 Jahren am 8. Oktober 1984 gab es den ersten Atommülltransport in das Zwischenlager Gorleben. Seit dem ersten Atommülltransport gab es auch immer Widerstand und Proest dagegen und das nicht nur im Wendland sondern auch auf der Strecke u.a. in der Pfalz.

Plakat A2 web

Könnt ihr euch noch an die Massenproteste bei CASTOR-Transporten erinnern, z.B. als 2010 in Berg (Pfalz) ca. 1.500 Menschen auf den Gleisen saßen und den CASTOR von La Hague nach Gorleben erfolgreich blockierten? Es war ein Akt des Empowerments und er hat politisch Weichen gestellt.

Jetzt ist es wieder so weit, wir erwarten vor Jahresende 2024 einen CASTOR-Transport von La Hague (F) nach Philippsburg (ca. 30 km nördlich von Karlsruhe), genauer Termin – unbekannt, wir hoffen darauf, dass was durchsickert.

Als Anti-Atom-Bewegte werden wir nicht still zusehen wie dieser unnötige und gefährliche Atommülltransport von statten geht. Uns ist es ein wichtiges Anliegen, dass die Bevölkerung davon Kenntnis erhält, dass hochradioaktiver Atommüll durch dicht bewohntes Gebiet, für viele an der Haustür vorbei, rollt. Dieser Transport ist unnötig und gefährlich. Wir fordern, dass der hochradioaktive Atommüll in La Hague so lange bleibt, bis ein Endlager gefunden ist und er direkt dort hingefahren wird. Nicht von A nach B und dann nach C, diese Risiken sind unnötig und können vermieden werden.

Solange in Karlsruhe am Joint Research Center an der nächsten Generation von Brennelementen für AKWs geforscht wird, solange in Lingen (NRW) Brennelemente für AKW hergestellt und in Gronau (NRW) Uran angereichert wird, solange Atomforschungsreaktoren wie in Garching (Bayern) weiterlaufen und wie im Fall Schacht Konrad auf unsichere Lager für Atommüll gesetzt wird, solange ist unser Protest und Widerstand gegen Atomenergie notwendig. Atomenergie ist teuer, gefährlich und nicht Klimaneutral.

Die Anti-Atom-Bewegung in Süddeutschland ruft zum gemeinsamen Protest gegen den anstehenden CASTOR-Transport auf. Da wir den genauen Termin nicht wissen, veranstalten wir am Sa. 09. Nov. 2024 eine gemeinsame Anti-Atom-Protestfahrt vom Karlsruher Hbf nach Philippsburg.
Kommt mit, schließt euch uns an. Bringt eure Anti-Atom-Fahnen, Trommeln, Pfeifen usw. mit. Lasst uns laut und bunt sein. Die Presse wird von uns eingeladen.

Anti-Atom-Protest: Samstag, 09.November 2024

  • Kundgebung um 11:30 Uhr vor dem Karlsruher Hbf, mit Redebeiträgen zum CASTOR-Transport, Zwischenlagerproblematik die zu Langzeitlagern werden, Fehlendes „End“lager und Energiewende.
  • Gemeinsame Fahrt mit dem Zug nach Philippsburg
    Abfahrt KA Hbf 12:28 Uhr, Ankunft Philippsburg 12:59 Uhr
  • Demo vom Bahnhof Philippsburg zum Marktplatz, dort Kundgebung, gemeinsame Rückfahrt.

Mobilisieren

Plakate (siehe links) in Din A2 zum Atommüll-Alarm und zur Zug-Aktion am 9. November könnt Ihr ab sofort formlos und kostenlos bei uns per Email bestellen. Benutzt hierfür unser⏵Kontaktformular und vergesst Eure Anschrift nicht!
Natürlich freuen wir uns auch über Spenden zur Unkostenbeteiligung. Danke!

Die Probleme mit dem hochradioaktiven Atommüll

Ein gefährliches Erbe für zukünftige Generationen!

Zu Beginn der Atomstromproduktion (1954) wurde die Frage nach dem Verbleib des radioaktiven Atommülls ignoriert und auf technische Lösungen verwiesen, die es bis heute nicht gibt.

Atommülllagerung:
Seit Dezember 2022 steht laut der zuständigen Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE) fest, dass ein Standort frühestens 2046, realistisch bis 2068 gefunden werden kann. Das Ökoinstitut geht sogar von 2074 aus. Das bedeutet, dass sich die Einlagerung der hochradioaktiven Abfälle in ein  tiefengeologisches Lager bis ins nächste Jahrhundert hinziehen wird. Um die größtmögliche Sicherheit der Bevölkerung und der Umwelt zu gewährleisten, muss daher die Langzeit-Zwischenlagerung deutlich ernster genommen werden. 

Zwischenlagerung:
Die sogenannten Zwischenlager sind für 40 Jahre ausgelegt und genehmigt. Die ersten Genehmigungen laufen 2034 aus. Die Genehmigung für das Zwischenlager Philippsburg läuft 2047 aus. Und danach? Statt für maximal 40 Jahre muss der hochradioaktive Strahlenmüll noch mindestens 100 Jahre zwischenlagern. Bisher gibt es kein Konzept dafür, wie man die Sicherheit der Castor-Behälter und der Lager für einen so langen Zeitraum sicherstellen kann.

Die tatsächliche sichere  Haltbarkeit der Castoren* weiß derzeit niemand. Deshalb fordern wir ein umfangreiches Forschungsprogramm das u.a. den tatsächlichen Zustand im Inneren der Castor-Behälter repräsentativ untersucht. Geplant ist, dass die Castoren alle in ein tiefengeologischen Endlager kommen, das 1 Mio. Jahre halten soll.

Endlager:
Die ursprüngliche Zeitplanung nach dem Endlagersuchgesetz von 2017: „Die Festlegung des Standortes wird für das Jahr 2031 angestrebt.“ [StandAG § 1, Absatz 2, Satz 5]

Offizielles Ziel ist, das tiefengeologische Lager für hochradioaktive Abfälle 2050 in Betrieb zu nehmen. Dies war eine politische Festlegung mit einem vollkommen unrealistischen Zeitrahmen um zu signalisieren, „das Thema Atommüll ist geklärt“.

Aktuell ist noch komplett unklar, ob das Endlager sich in Salz, Ton oder Granit befinden wird. Somit gibt es auch noch keinen Castor-Behälter für das Endlager, da dieser vom Wirtsgestein abhängt. Es muss also neben der Suche für ein Endlager auch ein endlagerfähiger Castor-Behälter entwickelt werden. Klar ist, wenn ein Standort gefunden wird, muss dieser noch als Bergwerk ausgebaut und anschließend alle Castoren transportiert, umgepackt und eingelagert werden. Dies dauert mindestens noch einmal 50 – 70 Jahre, d.h. alle bundesweiten Zwischenlager werden zu unsicheren Langzeitlagern, bis weit ins nächste Jahrhundert. Neben den zentralen Zwischenlagern in Ahaus, Gorleben und Greifswald/Lubmin sind zwölf Lager an AKW-Standorten in Betrieb.

Wir fordern ein gesellschaftlich akzeptiertes Gesamtkonzept, das dafür sorgt, dass die hochradioaktiven Abfälle über einen Zeitraum von 100 Jahren möglichst sicher zwischengelagert werden.

Castor-Behälter:
Der hochradioaktive Atommüll ist derzeit in 16 Zwischenlagern in ca. 1.750 Castor-Behältern eingelagert. Man rechnet mit einem Volumen von 27.000 Kubikmetern hochradioaktivem Atommüll.

Wie sicher die Aufbewahrung in den Hallen der Zwischenlager ist, wird offiziell aus sicherheitstechnischen Gründen nicht mitgeteilt. Halten die Hallen unvorhersehbaren  starken Naturereignissen wie in Fukushima mit Erdbeben, Überschwemmungen und Tsunami stand? Seit dem Krieg in der Ukraine muss die Frage der Sicherheit in Form von Angriffen mit Panzerfäusten, Flugzeugabstürzen und Bomben neu gestellt und bewertet werden.

Castor-Transporte aus den Plutoniumfabriken:
In nächster Zeit sind 3 Castor-Transporte angekündigt. Voraussichtlich im Herbst 2024 von La Hague (Frankreich) nach Philippsburg (BaWü) und von Sellafield (GB) nach Brockdorf und Isar. 
Der Castor-Transport nach Philippsburg umfasst 4 Castoren.

*Castor: steht für Cask for Storage and Transport of Radioactive Material. Der Castorbehälter wird zur Lagerung und zum Transport hochradioaktiver Materialien, wie abgebrannte Brennelemente aus Atomkraftwerken verwendet. Es ist ein spezieller Behälter aus dickwandigem Guss von 110 bis 125 Tonnen und einem Doppeldeckel-Dichtsystem mit Kühlrippen an den äußeren Mantelflächen  zur Wärmeabfuhr. Der Castorbehälter ist über 4 Meter lang mit einen Durchmesser von etwa 2,5 Metern. Maximal passen 24 Brennelemente in den Castorbehälter. 

Kosten der Atommülllagerung:
2017 gründete der Bund den Fonds zur Finanzierung der Atommüllentsorgung genannt KENFO. Die Atomunternehmen zahlten 24 Mrd. € ein. Schon bei der Gründung war allen klar, dass diese Summe nicht ausreichen wird. Die Verlängerung der Suche nach einem Endlager lässt die Kosten weiter steigen. Es müssen die Kosten für die baulichen Anlagen der Zwischen- und Endlagerung, deren Wartung und deren Sicherheitsmaßnahmen abgedeckt werden.

Die Folgekosten dieser unsäglichen Atomstromproduktion (Atommüllagerung und Sicherung) trägt die Zivilgesellschaft und nicht die Stromkonzerne. Diese haben sich mit der einmaligen Einzahlung in den o.g. Fond freigekauft.  Ganz nach dem Motto: Gewinne privatisieren – Verluste bzw. Folgekosten sozialisieren.

Du möchtest noch weitere Informationen, hier eine kleine Auswahl: