Wann: 2. Februar 2020 um 15:00 Uhr Wo: Karlsruhe Hauptbahnhof, Haupteingang Nord Castor Alarm: Frühjahr 2020! Da bahnt sich was an!
The return of the living dead!
CASTOR-Alarm 2020? Hat sich da nicht jemand im Jahrzehnt vergriffen? Leider nicht.
Für die Jahre 2020 bis 2024 sind vier Castor-Transporte geplant, bei denen hochradioaktiver Atommüll von Frankreich und Großbritannien nach Deutschland verschoben werden soll, ohne dass es ein Konzept für eine langfristige Lagerung gibt. Jeder einzelne Transport stellt ein zusätzliches Risiko durch radioaktive Verstrahlung dar. Die Standortlager werden zu ungeeigneten Langzeitlagern, so auch in Philippsburg.
Für viele scheint der Atomausstieg beschlossene Sache zu sein. Ausstiegskonzepte beinhalten aber immer die Möglichkeit eines Ausstiegs aus dem Ausstieg.
Die Anti-Atom-Bewegung fordert schon immer die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen weltweit. Doch sechs Atomreaktoren sind in Deutschland noch in Betrieb. Dazu kommen die Uranfabriken in Lingen und Gronau, die unbefristet weiter laufen sollen und die Urantransporte vom Hamburger Hafen quer durch die Republik. In Karlsruhe forscht das Joint Research Center (JRC) an den Brennstoffen für eine neue Generation von Atomreaktoren – ein Atomausstieg sieht anders aus. Durch das gezielte Ausbremsen des Ausbaus erneuerbarer Energien und der Stromnetze, kommt die Energiewende nur schleppend voran. Im Windschatten der Klimakatastrophe versuchen die Befürworter*innen der mörderischen Atomenergie nun wieder in die Offensive zu kommen.
Der erste Castor-Transport soll im ersten Halbjahr 2020 von Sellafield (UK) ins Zwischenlager beim Atomkraftwerk Biblis stattfinden. Für 2021 ist ein Atommülltransport von La Hague (F) ins Zwischenlager bei Philippsburg geplant. Danach folgen Castor Transporte nach Isar und Brokdorf. Protest ist angesagt!
– Atomenergie ist kein Beitrag gegen die Klimakatastrophe – Die Energiewende wird sabotiert – Es gibt kein vertretbares Konzept für den vorhandenen Atommüll
Januar 2020, im Folgenden dokumentieren wir das Abschaltfest, zu dem die Anti-Atom-Initiative Karlsruhe aufgerufen hatte. 1. Aufruf/Einladung zum Abschaltfest 2. Begrüßung 3. Redebeitrag von Harry Block 4. Redebeitrag von Matthias Mauser 5. Zusammenfassung Abschaltfest
Aufruf/Einladung der Anti-Atom-Ini KA: Der letzte badische Atomreaktor, KKP 2, wird für immer am 31.12.2019 abgeschaltet
Wir, die Anti-Atom-Ini Karlsruhe, wollen mit euch feiern
Nachdem wir 30 Jahre lang oft vor dem Atomkraftwerk Philippsburg demonstriert haben, werden wir am Sonntag, dem 29.12.2019, um 12:00 Uhr, die endgültige Abschaltung des letzten badischen Atomreaktors ´feiern´. Da wollen wir natürlich vor Ort sein. Zusammen mit hoffentlich vielen Menschen, die sich für eine Energiewelt ohne Atomkraft einsetzen, gestalten wir um zwölf Uhr nochmals eine symbolische Abschiedsmahnwache am Haupteingang des AKW Philippsburg.
Wir
laden dazu alle ein, die mit uns diesen für unsere Region
historischen Moment begehen wollen, mit uns auch zu demonstrieren.
Wir, die Anti-Atom-Ini-Karlsruhe, werden janusköpfige Masken tragen,
die darauf hinweisen sollen, dass zwar die Gefahr eines Supergaus
durch KKP
1 und KKP 2 endgültig der Vergangenheit angehört, aber 62 Castoren
mit hochradioaktiven Atommüll in einem unsicheren Zwischenlager noch
lange Zeit vor Ort verbleiben werden. Beim Abriss der beiden Blöcke
wird noch
viel
Atommüll entstehen, werden noch viele Radionuklide in die Luft und
in das Wasser abgeben werden.
Trotzdem: Wir feiern und freuen uns auf eure Grußadressen, und noch besser, auf eure Teilnahme vor dem Haupteingang des AKW Philippsburg am Sonntag, dem 29.12.2019 um 12 Uhr
Begrüßung durch Gudrun Vangermain von der AAI KA:
Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter, guten Tag liebe Gäste,
mein
Name ist Gudrun Vangermain, und ich bin Mitglied in der
Anti-Atom-Initiative Karlsruhe. In deren Namen begrüße ich Sie
alle: Anti-Atom-Bewegte und Gleichgesinnte und natürlich alle, die
heute hier mitgeholfen haben.
Dazu
gehören: Der „Bund für Umwelt und Naturschutz Bund“,
Freundinnnen und Freunde aus Neckarwestheim, vor allem von der BI
„Atomerbe Neckarwestheim“, und die Menschen von jenseits des
Rheins aus Römerberg sowie die mit uns verbundenen Abgeordneten aus
dem Landtag und dem Bundestag. Außerdem hat uns „.ausgestrahlt“
unterstützt.
Ich
gebe nun das Mikro weiter an Harry Block von der Anti-Atom-Initiative
Karlsruhe, der auch Mitglied im Vorstand des BUND mittlerer Oberrhein
ist.
Er wird auch nochmals erklären, weshalb wir diese Januskopf-Maske als Symbol für heute gewählt haben. Und noch eins zum Ablauf von heute: Nach Harrys Rede wollen wir mit euch anstoßen – und danach gibt es noch einige Grußworte …
Rede
von Harry Block fürs KKP 2-Abschaltfest am 2019-12-29 in
Philippsburg vor dem AKW
Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter, guten Tag liebe Gäste,
herzlich
Willkommen bei unserem Energiewendefest.
1966
begann in Baden das Atomzeitalter mit dem ersten Reaktor im
Kernforschungszentrum Karlsruhe. Anfang der siebziger Jahre wollte
die Landesregierung Ba-Wü das Rheintal zur Industriezone ausbauen.
Die dazu notwendige Energie sollte aus Atomreaktoren kommen. So kam
es, dass man 1970 die Planung von zwei Atomkraftwerken in Angriff
nahm. Im Süden in Wyhl und im Norden in Philippsburg. Wyhl wurde der
erste Ort in Deutschland, in dem sich der Widerstand gegen einen
Atomreaktor regte. Die Geburtsstunde der Umweltbewegung in
Deutschland begann in Baden, und die Wyhler waren erfolgreich.
Zur
gleichen Zeit wurde hier Philippsburg 1970 mit dem Bau des
Siedewasserreaktors KKP 1 begonnen und 1979 vom damaligen Badenwerk
ans Netz gebracht. Der Widerstand hier in Philippsburg war gering.
Deshalb irrte sich der Konzern aus Karlsruhe auch immer weiter voran.
1977
begann man mit dem Reaktor KKP 2, welcher 1984 ans Netz ging. 198
meldepflichtige Ereignisse hatten diese beiden Reaktoren in 40
Jahren. Auf jeder Hauptversammlung, auf vielen Demonstrationen und
bei den Sonntagsspaziergängen vor Ort der dann umgegründeten
Aktiengesellschaft EnBW forderten wir das Umdenken auf regenerative
Energien. 40 Jahre erfolglos. Noch schlimmer, sie zementierten ihre
Energieautobahn in Karlsruhe, Mannheim und Heilbronn mit neuen
Kohlekraftwerken zu den bestehenden Atommeilern.
Wir
mussten jahrzehntelang feststellen, dass die Politik und die Manager
in einer Parallelenergiewelt zu unserer lebten. Sie im festen Glauben
des unbegrenzten Wachstums und dem damit verbunden Ausbau der
Atomenergie. Wir veranstalteten im Mai 1976 in Sasbach im Rheintal
die weltweit erste Ausstellung über alternative Energien. Wir
gründeten in Karlsruhe die Bürgerinitiative mit dem längsten
Namen: „Bürgerinitiative für die Stilllegung der Atomanlagen und
die Umwandlung des Atomforschungszentrums Karlsruhein ein
Forschungszentrum für alternative Energien“. 1978! Diese Bürgerini
befasste sich auch intensiv mit den hier bestehenden Atommeilern.
Ihre Nachfolgerin, die Anti-Atom-Initiative Karlsruhe war bei vielen
Demonstrationen vor Ort, bei allen Genehmigungsverfahren, auch des
Zwischenlagers für hochaktiven Atommüll, als Einwenderin, aber auch
Anklägerin in Wort und Tat in dem Erörterungsverfahren tätig. Man
kann die Welt nicht allein ändern. Wir haben diesen Weg beschritten,
tun das immer noch, indem wir uns organisierten und
zusammenarbeiteten.
Es
waren kritische Menschen aus der Schweiz, Freiburg, dem pfälzischen
Römerberg von gegenüber, die heute auch ein Fest veranstalten, von
.ausgestrahlt, den Inis rund um das AKW Neckarwestheim, aber auch aus
dem Umfeld der GRÜNEN, Linken, der evangelischen Kirche und des Bund
für Umwelt und Naturschutz mittlerer Oberrhein, die auf die Straße
gingen und nur in den Akten der Genehmigungsverfahren oder
Polizeiakten als Personen genannt werden, wie Anete, Armin, Brigitte,
Gisela, Ginny, Gudrun, Ilse, Hartmut, Matthias, Mirko, Renate. Silke,
Sylvia, Wilhelm, Wolfgang, Wolfram, um nur ein paar zu nennen, die
bis zum heutigen Tag der Stilllegungs- und Abrissgenehmigungen immer
dabei waren, in Wort und Tat das Ende der Atompolitik, eine andere
Energiepolitik in Deutschland, aber auch weltweit zu fordern.
In
diesen energiepolitischen Umbruchzeiten werden unsere damaligen
Utopien realistisch. Den irrlichternden Gesellen der
Atomkraftbefürworter schreibe ich ins Stammbuch: Wir hatten und wir
haben die Perspektive und Entschlossenheit, dass die immer noch
gegebene atomare und fossile Energiewelt bei uns und anderswo in
absehbarer Zeit zu ihrem Ende kommt. Wir werden weiter daran
arbeiten, das Wort kämpfen vermeide ich, aber wir werden daran
arbeiten für eine regenerative, nachhaltige, klimaneutrale und
soziale Energiewelt. Wir haben als Anti-Atom-Inis soweit als möglich
auch Alarmismus vermieden, wiesen aber immer auf das Risiko eines
atomaren Unfalls hin und wurden dafür bis Tschernobyl verhöhnt.
Die
Atombefürworter werden weiterhin die verstaubten Atomenergiemärchen
zum Besten geben. Sie werden wieder die Höhe des Risikos der
Atomenergie leugnen, die Lagerung der hochradioaktiven Atommülls
ausblenden sowie die militärische Seite dieser Technologie einfach
weglassen. Die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Supergaus haben wir
nun zweimal erlebt. Es reicht. Für die atomaren Lobbyisten, in
Deutschland oft aus dem Dunstkreis der AfD, gibt es keinen
Klimawandel und sie fordern neue Atomkraftwerke. Man glaubt es nicht.
Seit wann war und ist Atomkraft die Lösung für die weltweite
Energieversorgung und schon gar für die sich anbahnende
Klimakatastrophe?
Wir feiern heute, weil das Risiko eines atomaren Unfalls auch an diesem Standort immer immens hoch war. In Neckarwestheim und noch 5 weiteren Standorten wird dies noch bis Ende 2022 in Deutschland der Fall sein. Gott sei Dank wurde sie hier nie Realität obwohl KKP 2 2003 nur zentimeterweise an einem Desaster vorbeigeschrammt ist. Das war ein Verdienst der kritischen Mitarbeiter von KKP, aber nicht der Verdienst der Vorstände der EnBW oder der politisch Verantwortlichen.
Unsere janusköpfige Maske hat eine schwarze Seite. Über diese gefährliche Seite, den Abriss und die Lagerung des schwach-, mittel- und hochaktiven Atommülls schweige ich heute. Auch die bis heute als Realpolitik verkaufte Politik der Landesregierung hat sich nicht mit Ruhm bekleckert. Über die unglückselige, zaghafte Haltung beim Gesundreden von bekannten Sicherheitsmängeln des grünen Umweltministers als Genehmigungsbehörde dieser beiden Reaktoren, habe ich für heute ein Schweigegelübde abgelegt. Ich will mich heute nicht aufregen, sondern freuen – die weiße Seite der Januskopfmaske. Deshalb nur noch der kritische Hinweis, dass für uns der für die dezentrale Energiewende völlig unnötige Bau eines 500millionen-Konverters für Kohlestrom auf diesem Gelände wieder ein Holzweg in der Energiepolitik darstellt.
Wir
wollen feiern, wir sind optimistisch und wollen durchaus
vorhandenen Chancen der Energiewende nutzen und tragen so
möglicherweise dazu bei, die Welt ein bisschen besser zu machen.
Wir müssen uns darauf konzentrieren, erneuerbare Energien in
hinreichender Menge zu produzieren, aber auch mit weitreichender
Beteiligung der Bevölkerung, wir müssen sie dezentral machen und
sie muss bezahlbar bleiben.
Und
für uns ist dies nicht wie jetzt für die EU eine neue
Wachstumsstrategie. Das Predigen des ewigen Wachstums hat den
Planeten in eine existenzielle Krise geführt. Mit dieser Logik
müssen wir aufhören. Wir verbrauchen zu viel Energie und zu viele
Rohstoffe, auch wenn die Energie erneuerbar ist und die Rohstoffe
recycelt sind – es ist immer noch zu viel. Die Umstellung
entwickelt sich quälend langsam und wird auch für die Fridays for
future-Kids, und ich habe hier einige gesehen aus Karlsruhe und
begrüße sie besonders herzlich, es wird noch sehr frustrierend
werden für euch: Abgründe tun sich auf zwischen dem, was getan wird
– und dem, was geschehen müsste. Die Beschlüsse zum Klima in
Berlin und Madrid sind zum Weinen, und von der Leyens EU-Vorschläge
sind bis jetzt nur eine Peterchens Mondfahrt.
Die
hier liegen Atommeiler sind das Ergebnis des Irr-Glaubens an die
Moderne, den Fortschritt, die Möglichkeit der Beherrschung der
Natur. Setzt man auf vermeintliche Ökotechnologien à la FDP, die
wie die Befürworter des Baus neuer Atomreaktoren der 4. Generation,
wie im KIT in Karlsruhe, allen Menschen einreden wollen, dass man
dank einer Wundertechnologie immer weiter, immer mehr konsumieren
kann, wenn diese Richtung an Boden gewinnt, dann mündet dieses
greenwashing in ein weltweites Wachstumsdesaster.
Unsere
janusköpfigen Masken haben heute aber vor allem eine
zukunftsgerichtete Seite. Wenn es uns noch mehr gelingt, die Mehrheit
unserer Bevölkerung davon zu überzeugen, dass es eine nachhaltige
Zukunft ohne Atom und auch ohne fossile Energien, für alle
bezahlbar, geben kann, ja, dann können wir dies auch mit politischen
Mitteln erreichen. Aber ohne die Fridays-Kids und uns auf der Straße
wird dies nicht passieren.
Wir können in die Zukunft der Erde eingreifen und sie zu einem besseren Ort für alle Menschen machen. Wir freuen uns heute auch, die Früchte unserer jahrelangen Arbeit ein bisschen ernten zu dürfen. Heute wird hier in Sachen Energie für die Menschheit sicher nur ein winzig kleiner Schritt getan. Für Baden ist es ein großer Schritt in eine atomfreie Energiezukunft. Lasst uns die Gläser heben und auf das endgültige Aus des Atomenergie-Standorts Philippsburg – um 19 Uhr am 31. – trinken. Nach der Stilllegung aller Reaktoren im ehemaligen Kernforschungszentrum Karlsruhe, heute KIT Nord, hat in Baden nun auch an diesem Atom-Standort die Atomkraft ihr teures, noch mit vielen Problemen behaftetes Ende gefunden. Aus damit – es wäre schön, es wäre überall so. Auch wenn es pathetisch klingt: Ich bin heute ein wenig stolz auf uns, danke an alle Menschen in unserem Land, die daran mitgewirkt haben und vor allem auch euch, dass ihr heute gekommen seid, mit uns zu feiern. Prost auf den heutigen Erfolg und die noch vor uns liegenden Aufgaben.
Redebeitrag von Matthias Mauser AAI KA
Liebe Atomkraftgegnerinnen und Atomkraftgegner,
Genug ist nicht genug – An diese Worte aus dem Mund von Konstantin Wecker fühle ich mich heute erinnert. Es ist uns nicht genug, wenn dieses Atomkraftwerk abgeschaltet ist
Unser Widerstand ist weiterhin nötig
Ein Rückblick: Gerade der Reaktor Philippsburg 2 war von Anfang an mit unserem Widerstand verknüpft. Ironischerweise wurden für den Bau des Kraftwerks Komponenten verwendet, die ursprünglich für das damals geplante Atomkraftwerk Wyhl bestimmt waren. Genau desjenigen Kraftwerks, das durch den Widerstand der Anti-Atom-Bewegung verhindert wurde.
Während die Geschichte des Reaktors für die Atomaufsicht eine Geschichte von Skandalen, Störfällen und Pannen war, war sie für uns gleichzeitig eine Geschichte des Widerstands. Von hier aus ging 1995 der erste CASTOR-Transport nach Gorleben. Wir haben nicht nur gegen diesen Transport Widerstand geleistet, sondern auch gegen die zahlreichen, welche in die Wiederaufarbeitungsanlage La Hague gerollt sind und damit zum einen Plutonium für französische Atomwaffen geliefert haben.
Zum anderen haben sie dort eine massive Verseuchung des Meeres und der Luft mitverursacht. Wir sind auf die Straße gegangen gegen den Einsatz von neuartigen Mischoxid- Brennelementen, die neben Uran bereits bei Anlieferung Plutonium enthalten. Wir haben über Jahrzehnte die Störfälle, die Vertuschungspolitik der Betreiber und deren mangelnde Eignung zum Umgang mit gefährlichen Stoffen und Anlagen angeprangert.
Wir haben auch gegen den Bau von Interims- und Zwischenlager protestiert; und letzteres droht, zu einem faktischen Endlager zu werden. Auch die Art, wie nun mit dem Abriss von Reaktor und Kühltürmen umgegangen wird, ist für uns schockierend: Für die Abrissarbeiten wurden ähnlich hohe Emissionswerte genehmigt wie für den Normalbetrieb der Reaktoren. Beim Abriss werden große Mengen radioaktiver Partikel in Luft, Wasser und Land großflächig verteilt.
Und bei einer Sprengung der Kühltürme besteht die Gefahr eines Strahlenunglücks, falls dabei das Zwischenlager getroffen wird und Radioaktivität aus den dort gelagerten CASTOR-Behältern freigesetzt wird.
Eine Alternative für den nun vorgesehen sofortigen Abriss des Kraftwerks wäre der Sogenannte „sichere Einschluss“ gewesen. D.h., man hätte die Anlage die nächsten 10-20 Jahre stehen lassen, bis die Radioaktivität auf noch ein 1000-stel. abgeklungen wäre. Stattdessen wurde das Atomgesetz jetzt so geändert, dass diese Möglichkeit verboten wurde. – Ein Skandal.
FAZIT Genug ist nicht genug – Unser Widerstand ist weiterhin nötig. Wir zählen auf euch.
Zusammenfassung des Abschaltfest KKP am 29.12.2019
Statt erwarteten 20, dann 40 Leuten, kamen rund 200. Das Presseecho war immens, alle großen und viele kleine Medien haben darüber berichtet, so z.B. ARD, ZDF, SWR, dpa …
Das Abschaltfest war eine ausgesprochen erfolgreiche Veranstaltung und bester Stimmung, alle für die Anti-Atom-Bewegung im Landkreis Karlsruhe wichtigen Themen wurden von verschiedenen RednerInnen angesprochen. Ablauf:
13:30,
danach: zusammenpacken und ab nach Römerberg auf die andere
Rheinseite
Felsenfest steht: Ohne die super tollen und hilfsbereiten ehrenamtlichen Herlfer*innen, wäre so eine erfolgreiche Aktion nicht möglich. Unser besonderer Dank gilbt: Ilse und Armin (plus Anhang), Wolfgang, Brigitte u. Lothar, Silke, Wolfram, Harry u. Gudrun. Ein großes Dankeschön an all unsere Gäste für ihr kommen.
Karlsruhe, 17.11.19 Von: Dr. Dirk-M. Harmsen und Dipl.-Ing. Thomas Partmann
Gegenwärtig wird eine starke Lobby sichtbar, die die Produktion von Elektrizität mit Atomkraftwerken bisheriger und neuer Generationen propagiert, um die drohende Klimakrise zu vermeiden.
Begründung: Der Betrieb von Atomkraftwerken produziere nahezu keine Klimagase.
Diese Begründung ist schlicht falsch: Eine Kilowattstunde Atomenergie verursacht im Durchschnitt 88 bis 146Gramm CO2, wenn man u.a. die bei der Förderung von Uran bis zur Brennelementherstellung entstehenden Treibhausgase hinzurechnet. Wissenschaftler der Yale-Universität kamen in ihrer Studie 2012 im Schnitt auf 10 Gramm CO2 pro Kilowattstunde Windstrom. Das Ökoinstitut in Darmstadt kam in seiner Untersuchung 2007 zu einem vergleichbaren Ergebnis. Damit hat Atomstrom eine deutlich schlechtere Klimabilanz als Windenergie.
Wir
sind zudem der Meinung, dass
die Entwicklung neuer Generationen von Atomreaktorenmittels Atomkern-Spaltung oder Atomkern-Fusion noch einige Jahrzehnte benötigt, bevor diese frühestens in der zweiten Hälfte unseres Jahrhunderts industriell einsetzbar sind. Viel zu spät, um noch Einfluss zu nehmen auf die drohende Klimakatastrophe,
die Verlängerung des Betriebs deutscher Atomkraftwerke über das vom Bundestag beschlossene Ausstiegsdatum aus der kommerziellen Nutzung der Kernenergie, Ende 2022, keinen Beitrag zur Abwendung der drohenden Klimakatastrophe liefert,
der Weiterbetrieb vorhandener und die Forschung zu den neuen Reaktoren und deren Bau jahrzehntelang finanzielle Mittel binden, die für die Forschung und den Ausbau alternativer Energieformen fehlen,
das hohe Risikopotential der Atomkraft, wie Tschernobyl und Fukushima belegen, und die ihr innewohnende Proliferationsgefahr (Gefahr der Verbreitung von Atomwaffen), sowie die ungelöste Endlagerproblematik diese als Lösung verbieten.
Diese
Einsicht sollte vom „Klimabündnis-Karlsruhe“ nicht nur in
Karlsruhe sondern nach Möglichkeit auch bundesweit und europaweit
verbreitet werden.
Von Axel Mayer, BUND-Regionalverband Südlicher Oberrhein, 10.10.19
Liebe Leute in allen Atomverteilern, während wir teilweise mit dem Kopf noch in den Kämpfen der vergangenen Jahrzehnte stecken, haben sich die Durchsetzungsstrategien der Industrie massiv geändert. Wenn aktuell bundesweit mit“Grünen Kreuzen“ gegen das Agrarpaket demonstriert wird, dann geht es um Konzerninteressen. Bayer/Monsanto, Syngenta, Gen-Lobby & Co. sehen ihre Profitinteressen durch das Agrarpaket massiv gefährdet. Sie treten aber psychologisch geschickt nicht selber auf sondern schicken gezielt die „kleinen Bauern & Landfrauen“ vor.
Und noch perfekter ist die Atomlobby mit ihrem Aktionstag „Stand up for nuclear“.
stand up for nuclear – Atomlobby spielt „Fridays for Future“
https://www.mitwelt.org/stand-up-for-nuclear-propaganda.html Auch im Jahr 2019 werden die Atomkonzerne wieder „Fridays for Future“ spielen. Am 20. Oktober 2019 sind weltweit Aktionen der gut getarnten Atom-Lobbyisten der „Nuclear Pride Coalition“ geplant. Unter dem Motto »Stand up for nuclear« (Aufstehen für Kernenergie) finden am selben Tag in Paris, London, Helsinki, Stockholm, Kopenhagen, Amsterdam, Toronto, New York, Los Angeles, Buenos Aires, Johannesburg, Mumbai, Taipeh, Seoul, Melbourne und an vielen weiteren Orten ebenfalls sogenannte Aktionstage statt. Atom-Lobbyisten spielen Umweltbewegungstheater.
Die internationale Atomlobby war nach den vielen Opfern der „zivilen“ Nutzung der Atomkraft, nach Fukushima und Tschernobyl für kurze Zeit ein wenig in Deckung gegangen. Aufgegeben hat sie nicht. Das globale atomare Dorf, die alten mächtigen Seilschaften aus Konzernen, Lobbyisten und Atomparteien funktionieren noch. Es werden zwar viele alte AKW stillgelegt, doch in Diktaturen, Halbdiktaturen und in Ländern in denen der Markt nicht funktioniert, werden immer noch AKW gebaut. Gerade mit vorgeschobenen Klimaargumenten wird auch 2019 intensiv für Gefahrzeitverlängerung und neue Atomkraftwerke geworben. Um die Bevölkerung nach Tschernobyl und Fukushima für ihre Gewinn-Interessen zu begeistern, ist insbesondere neoliberalen amerikanischen Indutrie-Lobbyist und Netzwerken kein Preis zu hoch und keine Methode zuwider. In geschickt inszenierten Kampagnen verbreiten sie Halbwahrheiten, verschleiern Tatsachen oder rühmen Selbstverständlichkeiten.
Was sich gegenüber den früheren Jahren geändert hat, sind die Durchsetzungs- und Propagandastrategien. Die früheren Konflikte um Atomkraft, Umweltschutz und Klimaschutz wurden noch zwischen UmweltschützerInnen und Konzernen ausgetragen und leider denkt und agiert die Umweltbewegung auch heute noch in den alten Denk- und Konfliktmustern. Heute werden die Konflikte „ausgelagert“. Vorfeldorganisationen der Atom- und Kohlekonzerne, die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, Stiftungen und industrienahe Schein-Bürgerinitiativen wie „Nuclear Pride“ engagieren sich scheinbar unabhängig für Atomkraft und Kohlekraftwerke und bekämpfen erfolgreich überall in Deutschland die umweltfreundlichen, zukunftsfähigen Energien und die Energiewende.
Auch im AKW-Werbefilm „Thorium – Atomkraft ohne Risiko?“ zeigen sich die geschickten Durchsetzungsstrategien. Nicht etwa Konzerne wollen neue AKW, sondern BürgerInnen und Bürgerinitiativen…
Wie formulierte Dr. Sebastian Schwark, von der PR-Agentur Hill & Knowlton, die neue Aufgabe für Unternehmen der Energiewirtschaft? „Die Kernfrage ist […] nicht, wie Protest zu vermeiden ist, sondern wie wir Protest managen können“.
Gerade auch superreiche amerikanische Lobbyisten, die mit viel Geld Herrn Trump zur Macht verholfen haben, haben ein massiv-erfolgreiches Interesse am Weiterbetrieb und Neubau von Atom- und Kohlekraftwerken, an der Leugnung des Klimawandels und der Bekämpfung zukunftsfähiger Energien.
„Es gibt keinen menschengemachten Klimawandel, aber wegen des Klimawandels benötigen wir unbedingt die Laufzeitverlängerung von AKW und neue Kernkraftwerke.“ Dieser Satz erscheint Ihnen unlogisch? Aber schauen Sie sich einmal die UnterstützerInnen der „klimaschützenden“ Nuclear Pride Coalition an. Es sind die Kohlefreunde und Klimawandelleugner von EIKE, von der rechtsliberalen „Achse der Guten“ und die AfD. Sie kämpfen mit der Leugnung des Klimawandels für Kohlekraftwerke und sie argumentieren mit dem Klimawandel, um die Profite der Atomindustrie zu sichern.
Was »Stand up for Nuclear« gerne verschweigt: Die Nutzung der Atomenergie ist nicht nur lebensbedrohend, sondern auch die teuerste Art von Klimaschutz. Die von der Atom- und Kohlelobby massiv bekämpften alternativen Energiequellen sind zwischenzeitlich viel kostengünstiger als der Strom aus gefährlichen AKW. Umweltforscher haben berechnet, dass sich durch Investitionen im Bereich Energieeinsparung mehr als die doppelte Menge an Kohlendioxid vermeiden lässt als bei vergleichbaren Investitionen in den Bau neuer AKW. Warum sollen wir auf eine gefährliche, teure Hochrisikotechnologie wie den Thorium Reaktor setzen, wenn wir kostengünstige, umweltfreundliche Alternativen haben?
Graswurzelbewegungen – Kunstprodukte der Atomlobby „Ein echter PR-Kracher ist allerdings die Organisation «Mothers for Nuclear». Zaitz ist hier Mitbegründerin und versichert, dass sie sich aus reiner Besorgnis um die Umwelt engagieren würde und keineswegs, weil sie von der Atomindustrie bezahlt werde (sie arbeitet als leitende Ingenieurin im umstrittenen kalifornischen Atomkraftwerk Diablo Canyon). Gruppen wie «Women in Nuclear» oder «Mothers for Nuclear» werden in den USA oft als Astroturf-Organisationen bezeichnet. Astroturf ist der englische Begriff für Kunstrasen – also einem Plastikprodukt, das von weitem aussieht wie Gras. Ähnlich verhält es sich mit Astroturf-Organisationen, die aussehen sollen, wie Graswurzelbewegungen, aber statt dessen sorgfältig orchestrierte Kunstprodukte der Atomlobby sind. Zaitz Gesicht taucht daher auch gleich bei einigen Astroturf-Organisationen auf – oft zusammen mit dem stilisierten Atommodell: mit Fingerfarben auf bunte Pappe gemalt, auf T-Shirts gedruckt, auf Aufklebern und in Holz gefräst wie ein hübsches Mandala.“ Quelle: /www.infosperber.ch
Neue, kleine Thorium-AKW sollen zukünftig überall auf der Welt gebaut werden. Aus dem alten, großen Druck- und Siedewasser-Reaktor würden unzählige Klein- und Kleinstreaktoren… Ein zentrales Risiko der vielen, neuen, kleinen Dual Fluid Reaktoren wird von Nuclear Pride gezielt ausgeklammert. In jedem dieser Mini-Reaktoren entsteht die Radioakivität vieler Hiroshima-Bomben. Ein Unfall oder ein Anschlag auf ein Kleinst-AKW könnte eine Stadt unbewohnbar machen. Viele kleine Reaktoren sind viele kleine, zwangsläufig schlecht gesicherte, potentielle Anschlagsziele. Auch für die heutigen und zukünftigen Diktatoren der Welt brächte die Möglichkeit, „schmutzige Bomben“ zu bauen einen „nordkoreanischen Machtzuwachs“. Um tatsächlich in großem Umfang teuren Atomstrom zu erzeugen, müssten weltweit extrem viele AKW in immer mehr Ländern gebaut werden. Doch jeder neue Staat, der mit Hilfe der Atomkraft in den Besitz von Atomwaffen kommt, erhöht die Gefahr zukünftiger Atomkriege und ist eine Katastrophe für die Menschheit und alles Leben auf diesem Planeten. Hinter den am 20. Oktober weltweit geplanten Lobbyisten-Demos von „Stand up for nuclear“ stehen gut getarnte PR-Agenturen und Konzerne, die Umweltbewegung spielen.
Gemeinsame Presseerklärung von: Ecodefense, Russland Greenpeace Russland Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) IPPNW – Internationale Ärzte zur Verhütung eines Atomkriegs / Ärzte in sozialer Verantwortung
Russische und deutsche Anti-Atomkraft-Initiativen und Umweltverbände lehnen gemeinsam die Fortführung der jetzt bekannt gewordenen Uranmüllexporte von der Urananreicherungsanlage (UAA) im westfälischen Gronau zur russischen Atomanlage Novouralsk am Ural ab. Sie kündigten heute in Moskau, im Münsterland, in Berlin und im Wendland gemeinsam neue Proteste an. Schon für den kommenden Montag, 28. Oktober, erwarten sie am Vormittag einen neuen Uranzug mit 600 t abgereichertem Uranhexafluorid (UF6), der sich von Gronau aus über Burgsteinfurt, Münster und Hamm auf die Fahrt zum Hafen in Amsterdam macht und dort nach St. Petersburg verschifft werden soll. Zahlreiche Transportwaggons wurden bereits auf dem Gelände der UAA Gronau gesichtet. Die UAA Gronau wird vom Urenco-Konzern betrieben, der zu einem Drittel RWE und EON gehört.
Vladimir Slivyak, der Ko-Vorsitzende der renommierten russischen Umweltorganisation Ecodefense, erklärte dazu:
„Der Transport von radioaktivem Müll nach Russland ist unmoralisch und zynisch. Urenco spart sich Milliarden Euro durch den Export des Atommülls, während Rosatom Geld verdient, indem sie Russland in eine internationale Atommüllkippe verwandeln. Der Export von Uranmüll muss ein für allemal gestoppt werden.“
Rashid Alimov, Energieexperte von Greenpeace Russland, ergänzte: „Während wir noch darum kämpfen, dass Urenco für die 27 300 t abgereichertes Uran Verantwortung übernimmt, die von 1995 bis 2009 von Gronau nach Russland geschafft wurden, haben bereits wieder neue Exporte von Deutschland begonnen. Wir verlangen einen sofortigen Stop, die Veröffentlichung aller relevanter Verträge sowie die Bestrafung all derjeniger, die für das Zustandekommen dieser illegalen Verträge verantwortlich sind.“
„Schon auf der morgigen überregionalen Anti-Atom-Demonstration in Lingen wird die Ko-Vorsitzende von Ecodefense, Alexandra Koroleva, ein Grußwort beisteuern. Frau Koroleva hat im Juni aufgrund der schwierigen politischen Situation in Russland politisches Asyl in Deutschland beantragt. Wir stehen solidarisch an der Seite von Ecodefense und der Umweltbewegung in Russland und werden gemeinsam für einen sofortigen Stopp des unverantwortlichen Uranmüllexports kämpfen,“ erklärte Kerstin Rudek von der BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg.
Kontakt: Vladimir Slivyak, Ecodefense Russland, Tel. +7-9032997584 Rashid Alimov, Greenpeace Russland, Tel. +7-9219956118 Kerstin Rudek, BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg, Tel. 01590-2154831 Udo Buchholz, AKU Gronau/BBU, Tel. 02562-23125 Matthias Eickhoff, Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, Tel. 0176-64699023
UMK-Geschäftsstelle 2019 Behörde für Umwelt und Energie Neuenfelder Straße 19 21109 Hamburg
Aufnahme eines Tagesordnungspunktes für die nächste Umweltministerkonferenz: „Umgang mit der Freigabe nach § 29 / § 31 der Strahlenschutzverordnung“
Sehr geehrte Frau Ministerin Schulze, sehr geehrte Damen und Herren Umweltministerinnen,
wir, die unterzeichnenden Gruppen und Organisationen, halten es für dringend geboten, das Thema „Freigabe radioaktiver Stoffe“ auf die Tagesordnung der nächsten Umweltministerkonferenz zu setzen und die dazu vorliegende Kritik zu berücksichtigen. Da die Freigabe nach § 29/§ 31 der Strahlenschutzverordnung in die Zuständigkeit der Atomaufsicht der Bundesländer fällt, wenden wir uns mit unserem Anliegen an Sie. Seit mehreren Jahren – spätestens seit dem vermehrten Abbau von Atomkraftwerken in Deutschland – gibt es intensive Diskussionen in den atomkritischen Teilen der Bevölkerung und in verschiedenen Organisationen, die sich für Umwelt- und Gesundheitsschutz einsetzen. Diese haben zu einer ausführlich begründeten Kritik an der in § 29/§ 31 der Strahlenschutzverordnung geregelten „Freimessung“ geführt.
Die wesentlichen Kritikpunkte sind: Die dafür zugrunde gelegten Daten und Berechnungen sind nicht nachvollziehbar, da Ausgangsbasis und Rechenvorgang nicht offengelegt sind; sie beruhen auf veralteten Annahmen und Daten und entsprechen nicht dem Stand von Wissenschaft und Technik; die Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung durch radioaktive Strahlung und radioaktive Stoffe, gerade auch im Niedrigstrahlungsbereich, ist zu optimistisch angesetzt und muss neu bewertet werden. Bereits seit Jahren werden radioaktive Reststoffe aus Atomanlagen freigegeben und landen auf Deponien, in Verbrennungsanlagen und zur freien Verwertung in der Umwelt. Aus dem Abbau der Atomkraftwerke – weitere Atomanlagen nicht mitgerechnet – sind in Deutschland mehrere Millionen Tonnen Müll zu erwarten, die als „freigemessene“ Abfälle auf Deponien, in Verbrennungsanlagen und zum allergrößten Teil zur freien Verwertung in die Umwelt verteilt werden sollen und dann nicht mehr rückholbar wären. Prinzipiell sind davon alle Bundesländer betroffen. Eine weitere Verteilung von radioaktiven Stoffen in die Umwelt darf nicht stattfinden, denn seit Jahrzehnten werden radioaktiv belastete Abfälle als „normaler“ Müll abgegeben, gleichzeitig wurde und wird die Bevölkerung mit radioaktiven Stoffen berieselt, aus den Schornsteinen und Abwasserrohren der Atomkraftwerke, aus Atomunfällen, Atombombenabwürfen und Atomtests. Wir fordern ein Moratorium bei der Freigabe von radioaktiv belasteten Materialien aus Atomanlagen. Das gesamte Material muss gesichert am jeweiligen Standort aufbewahrt werden, bis klar ist, welche Mengen in Deutschland insgesamt anfallen und ein Konzept zur langfristigen Aufbewahrung erarbeitet ist.
In einer Studie des Gutachterbüros intac, die von IPPNW in Auftrag gegeben wurde, sind bereits konkrete Vorschläge dazu enthalten (Link: https://www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Atomenergie/Stilllegung_Atommuell/Intac_Neuma nn_2016_IPPNW-Stellungnahme_AKW-Rueckbau_Freigabe.pdf ).
Mit freundlichen Grüßen,
Aachener Aktionsbündnis gegen Atomenergie (AAA) Aarhus Konvention Initiative Aktionsbündnis Energiewende Heilbronn Aktionsbündnis für verantwortungsvollen AKW-Rückbau – Cuxland Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich AK.W.Ende Bergstraße Anti Atom Berlin AntiAtom-Bündnis Niederrhein Anti-Atom-Bündnis Schaumburg / AK regenerative energie region schaumburg Anti-Atom-Gruppe Freiburg Anti-Atom-Initiative Göttingen Anti-Atom-Initiative Karlsruhe AntiAtomnetz Trier Anti_Atom_Plenum Köln Arbeitsgemeinschaft AtomErbe Neckarwestheim Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD e.V. Arbeitskreis Atom des BUND-Landesverbands Schleswig-Holstein Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau Arbeitskreis Umwelt (AKU) Schüttorf Arbeitskreis Wesermarsch (Regionalkonferenz der BIs Umweltschutz) Asse II Koordinationskreis (A2K) Atomerbe Biblis e.V. aufpASSEn e.V. .ausgestrahlt Bayern Allianz für Atomausstieg und Klimaschutz (BAAK) Bendorfer Umweltinitiative Bund der Bürgerinitiativen Mittlerer Neckar (BBMN) e.V. BUND Kreisgruppe Cuxhaven BUND Kreisgruppe Emsland BUND Kreisgruppe Osterholz BUND Kreisgruppe Steinburg BUND Kreisgruppe Steinfurt BUND Regionalgruppe Münsterland BUND Unterweser e.V. Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) e.V. Bündnis für Atomausstieg und erneuerbaren Energien (BüfA) Regensburg Bündnis für die „Sichere Verwahrung von Atommüll in Baden-Württemberg“ Bündnis gegen Castor-Exporte Bürgerinitiative AntiAtom Ludwigsburg Bürgerinitiative AtommülldepoNIE Käseburg Bürgerinitiative Driftsethe gegen Deponien Bürgerinitiative gegen atomare Anlagen Weiden-Neustadt/WN BI WAA NAA Bürgerinitiative GegenGift Heilbronn/UnterLand Bürgerinitiative Harrislee Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ e.V. Bürgerinitiative Morsleben Bürgerinitiative Müll und Umwelt Karlsruhe e.V. Bürgerinitiative „Naturschutz Worpswede“ Bürgerinitiative STOPPT TEMELIN Bürgerinitiative StrahlenSchutz (BISS) Braunschweig e.V. Bürgerinitiative StrahlenSchutz (BISS) Leese Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. Bürgerinitiativen gegen das AKW Mülheim-Kärlich ByeByeBiblis – Energiewende in der Region e.V. Don’t nuke the climate eventschau e.V. & Organisatorinnen der eventschau Elternverein Restrisiko Emsland e.V. Fossil Free Karlsruhe Friedberger Aktionsbündnis Querstellen gegen Atom- und Kohlekraft Göttinger Arbeitskreis gegen Atomenergie Grün Alternative Liste (GAL) Gronau e.V. (parteiunabhängig) Initiative AtomErbe Obrigheim Initiative Brokdorf-akut Initiative „Langen gegen Atomkraft“ Interessengemeinschaft Deponien Schwieberdingen-Horrheim Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs / Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW) Karlsruher Bündnis gegen neue Generationen von Atomreaktoren Kieler Initiative gegen Atomanlagen KLAR! e.V. – Kein Leben mit atomaren Risiken! Landesarbeitskreis Atom des BUND-Landesverbandes NRW Landesarbeitskreis Energie des BUND Sachsen-Anhalt e.V. Lokale Agenda 21, Gronau Lüneburger Aktionsbündnis gegen Atom MAUS e.V. Trier – Messen für Aktiven UmweltSchutz Mütter gegen Atomkraft e.V. Natur- und Umweltschutzverein Gronau (NUG) e.V. NaturFreunde Deutschlands NaturFreunde Sachsen-Anhalt e.V. SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster Stop Tihange Deutschland e.V. Strahlentelex Südwestdeutsche Anti-Atom-Initiativen Ulmer Ärzteinitiative, Regionalgruppe der IPPNW Umweltgruppe Wiedensahl Umweltgewerkschaft e.V. Umweltinstitut München e.V. Unabhängige Wählergemeinschaft Worpswede Vahlberger Asse Aktivisten Verein Demokratischer Ärztinnen und Ärzte in Nordwürttemberg Wolfenbütteler Atomausstiegsgruppe (WAAG)
Liebe Freund*innen und Unterstützer*innen, die politische Rechte gewinnt zunehmend Einfluss in Deutschland. Angriffe auf Geflüchtete und andere Marginalisierte bis hin zum Mord und immer schärfere Sicherheitsgesetze, die Freiheiten einschränken sind nur ein Ausdruck davon. Um den Rechtsruck aufzuhalten, um das gesellschaftliche Klima zu ändern, braucht es eine starke und gesellschaftlich verankerte Linke.
Ob eine Sitzblockade gegen Nazis, die Teilnahme an einem wilden Streik, eine Hausbesetzung gegen Gentrifizierung oder die Blockade von Kohletransporten – die Rote Hilfe e.V. ist eine Schutz- und Solidaritätsorganisation für alle, die sich für linke Ideen einsetzen und dafür vom Staat verfolgt werden. Sie steht an der Seite der Betroffenen und unterstützt sie mit Geld, Rechtsbeiständen und Solidarität.
Mit dieser leider unverzichtbaren Arbeit tritt sie manchen auf die Füße. So hetzt nicht nur die AfD immer schärfer gegen linke Parteien, Kunst- und Kulturvereine und andere Organisationen. Eines ihrer Hauptziele ist dabei die Rote Hilfe als eine der bundesweit größten linken Organisationen. Doch sie ist damit nicht isoliert: Angriffe auf die Rote Hilfe fahren auch immer wieder CDU/CSU und andere konservative und rechte Kreise. So wurden im vergangenen Jahr Pläne des Bundesinnenministeriums bekannt, ein Verbot der Roten Hilfe e.V. zu prüfen. Solche Angriffe sind ohne Zweifel Angriffe auf die gesamte Linke. Und trotz aller Differenzen ist es jetzt daher umso wichtiger Signale für eine starke, vereinte Linke zu setzen.
Deshalb bitte ich Euch die Rote Hilfe zu unterstützen. Unter dem nachfolgenden Link findet ihr einen Beitrittszettel, mit dem ihr Mitglied in der Roten Hilfe werden könnt:
Mit eurem monatlichen Beitrag unterstützt ihr dann die wichtige Arbeit der Roten Hilfe e.V. und damit auch die, die sich gegen den Rechtsruck einsetzen.
Aufruf zum antikapitalistischen Block 11 Uhr Friedrichsplatz Karlsruhe
Weltweit sind die Menschen am 20.9.2019 aufgerufen sich an Protesten gegen die Politik der Umweltzerstörung zu beteiligen und für Klimagerechtigkeit auf die Straße zu gehen. Doch es wird uns nicht retten, die Klimakrise zu thematisieren und auf die „politischen Entscheidungsträger“ zu hoffen. Im Kampf um Klimagerechtigkeit können wir nicht auf diejenigen setzen, die mit den Kapitalinteressen eng verbunden sind, diese schützen und durchsetzen und das Elend ihrer Politik nur verwalten. Die Klimakrise zeigt uns aktuell sehr deutlich, dass der Kapitalismus das Leben auf diesem Planeten zerstört und es ohne direkte Gegenwehr auch weiter vernichten wird. Es geht nicht nur um die Fragen nach den CO2 – Emissionen und Strohhalmverboten. Klimaschutz und Klimagerechtigkeit zu erkämpfen ist untrennbar verbunden mit dem Kampf für ein gutes und menschenwürdiges Leben für alle, nicht nur in den Ländern des Nordens sondern auch in den, schon jetzt stark betroffenen Ländern des Südens.
Dafür bedarf es nicht nur gesellschaftlicher Veränderung sondern einer radikalen Neugestaltung des Miteinanders. Die Entscheidung über eine umwelt- und sozialverträgliche Energie- und Mobilitätsversorgung und eine Abkehr von der Wegwerfproduktion muss von allen Menschen getroffen werden – weltweit. Ressourcen, wie Bodenschätze und Wasser müssen allen Menschen gleichermaßen zugänglich sein. Sie dürfen nur nachhaltig genutzt werden und nicht den Profitinteressen weniger dienen. Der Kampf um Klimagerechtigkeit kann nur antikapitalistisch gegen die Wirtschaftsinteressen der Herrschenden geführt werden.
Die Bundesregierung hat die Klimafrage zwischenzeitlich zwar auch entdeckt, die gemachten Vorschläge sind jedoch vor allem als Werbeträger für mehr Konsum tauglich. So wird weiterhin als Wegbereiter der Autoindustrie agiert und zum Kauf neuer, weniger Energie verbrauchender Haushaltsgeräte aufgerufen, deren Neuproduktion mehr Energie verbraucht, als die Weiternutzung der vorhandenen Geräte.
Wir stellen uns dagegen, den*die Konsument*in für die katastrophalen Folgen der Klimakrise verantwortlich zu machen. Konzernen wird die Freiwilligkeit gegeben „grüner“ zu arbeiten und sie werden dabei mit Milliarden-Subventionen hofiert, während vor allem auf gering Verdienende schwere Einschnitte in ihrem Leben zukommen sollen.
Gleichzeitig wird zielgerichtet versucht die Beschäftigten der Klima-Killer-Industrie gegen die Klimabewegung auszuspielen. Die Sorge der Beschäftigten und deren Angst vor Erwerbslosigkeit sind ernst zu nehmen. Unser Kampf geht deshalb auch um bessere Arbeitsbedingungen, Arbeitszeitverkürzung mit Lohnausgleich, Umverteilung der vorhandenen Erwerbsarbeit auf alle, Schaffung neuer, gesellschaftlich sinnvoller Arbeitsplätze. Insbesondere im sozialen Bereich, Gesundheit etc. sowie im Umweltbereich wird dringend Personal benötigt. Geld wäre dafür genug vorhanden, es ist nur völlig falsch und ungleich verteilt.
Grüner
Kapitalismus geht nicht
Eine Welt, in der die Kontrolle über den gesellschaftlichen Reichtum demokratisch in den Händen aller Menschen liegt ist keine Utopie und Klimagerechtigkeit ist eine der Notwendigkeiten um diesen Zustand zu erlangen. Packen wir es gemeinsam an!
Tragen wir am 20.9. zum Global Strike Day zusammen unsere Wut über die herrschenden Verhältnisse und das Streben nach einer solidarischen Gesellschaft auf die Straße !
Beteiligt
euch am antikapitalistischen Block unter dem Motto:
Die deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für
die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) machte am Montag auf die
Abhängigkeit von militärischer und ziviler Atomindustrie aufmerksam:
Die endlich etwas ernsthafter stattfindende
Klimawandeldiskussion befeuert neue Atomphantasien. Zwar lässt es sich
nicht mehr so leicht leugnen, dass bisherige AKW-Konzepte zu unsicher
und zu teuer sind, aber die Lobby verspricht ersatzweise eine utopische
Zukunft mit AKWs der sogenannt vierten Generation. Nie wurde diese Idee
publikumswirksamer verkauft, als mit dem „Waste-Annihilating Molten-Salt
Reactor“ (WAMSR), also ein „Abfall-Vernichtender Flüssigsalz-Reaktor“.
Dieser Artikel zeigt am konkreten Beispiel, wie der weltweit erfolgreiche Ausbau der Neuen Erneuerbaren durch das „Versprechen einer noch besseren Lösung“ sabotiert werden soll, wie durchdringend eine PR-Maschinerie sein kann, wenn die Überbringerin so erfrischend allen Clichés widerspricht, wie leichtgläubig geneigte Kreise in Wissenschaft und Politik solche Wundermittel schlucken, wie stark sich die Proponenten dieser „Lösung“ an reinem Wunschdenken orientieren, sich grenzenlos selbst überschätzen—und schliesslich wie verfehlt es wäre, sich im Kampf gegen den Klimawandel zurückzulehnen und an eine solche „Rettung durch die Atomkraft“ zu glauben.