„Zoff um Abfälle aus Philippsburg“

Leserbrief von Wolfgang Oberacker BNN 10.3.2021

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Hintergrund: Wird ein Atomkraftwerk zurückgebaut, was ja an sich gut ist, weil dadurch die Gefahr eines AKW-Unfalls wie in Fukushima oder in Tschernobyl verhindert wird, muss der Bauschutt auf eine Deponie – doch die Abfallhöfe im Land weigern sich, das Material anzunehmen, Menschen in Deponienähe protestierten.

So z.B. in Hamberg bei Maulbronn, in der Gemeinde Harrislee im Kreis Schleswig-Flensburg, in Schwieberdingen im Kreis Ludwigsburg, in Buchen im Odenwald oder gar Bauschutt vom Atomkraftwerk (AKW) Brunsbüttel auf einer Deponie im Stadtgebiet Lübeck.

Denn in Deutschland gibt es ein Gesetz, nach dem Atommüll mit geringer radioaktiver Belastung unter 10uSV (Microsievert) aus dem Atomgesetz und unter dessen Bewachung entlassen werden darf.

In Frankreich dagegen muss gering radioaktiv belasteter AKW-Abfall in Hallen sicher gelagert werden und darf nicht in den Wirtschaftskreislauf, ins Recycling oder auf Deponien gelangen – die Gefahr der Kontamination ist zu groß.

Und genau darum geht es: Bürger bzw. Anwohner von Deponien gehen zu tausenden auf die Straße und protestieren gegen dieses Vorgehen. Deponiebetreiber wollen aus dem gleichen Grund den Atommüll nicht annehmen. Die Gefahr, dass Häuslebauer protestieren, wenn herauskommt, dass ihr Baumaterial aus einem AKW stammt und radioaktiv belastet ist, könnte ja schon zu einigem Ärger führen. Vor allem kann bisher keine Deponie gezwungen werden, kreisfremde Stoffe anzunehmen, wie dies aus dem Landkreis Karlsruhe zu befürchten ist, da es hier keine geeignete Deponie gibt und händeringend in fremden Revieren nach Deponien gesucht wird.

Laut Studien des BUND und von IPPNW ist außerdem zu erwarten, dass auf die Bevölkerung eine zusätzliche gesundheitliche Belastung von diesen radioaktiven Abrissmaterialien ausgeht, auch wenn diese gering ist. Denn bei radioaktiver Strahlung gibt es keinen unteren Grenzwert, bei dem die Strahlung unschädlich wäre. 

Dramatisch würde sich die Lage zuspitzen, würden die Gefahren einmal kritischer bewertet, denn dann wäre eine Rückholung aus der Umwelt unmöglich, da sie über ganz Deutschland verteilt im Recycling, auf Deponien, im Straßenbau oder gar in Metallen im Haushalt wieder zu finden wären.

Unser Vorschlag: Lasst die gering strahlenden radioaktiven Abrissmaterialien auf dem AKW-Gelände sicher liegen, bis ihre Strahlung abgeklungen ist – bei diesem Material vermutlich in wenigen Jahrzehnten. Philippsburg wird das vielleicht sogar gezwungenermaßen so machen müssen, weil es im Landkreis Karlsruhe keine geeignete Deponie gibt und wie bekannt sich alle anderen Deponien und deren Anwohner gegen kreisfremden radioaktiven AKW-Abriss-Abfall vehement zur Wehr setzen.

Hier noch eine sinnvolle Variante, wie das in Lübeck angedacht ist: 

Derzeit erarbeitet Vattenfall mit MELUND (Genehmigungsbehörde) einen Antrag,

das benachbarte (nicht zum Überwachungsbereich des KKB gehörende) Gasturbinenkraftwerk als (Puffer)Lager zu nutzen. Eine Zuweisung an andere Deponien wäre dann nicht nötig.

Mahnwache vor dem KIT Nord am Fukushima Jahrestag

11.03.2021

Rede von Brigitte Schilli am 11.03.21 vor dem KIT Nord, im Hardtwald nördlich von Karlsruhe

Ich möchte Euch im Namen des Aktionsbündnis „Für sichere Verwahrung von Atommüll BaWü örtlich, angeschlossen an die schon lange bestehende Anti-Atom-Initiative Karlsruhe, hier im abgelegenen Hardtwald von mir auch „Nebelhain“ genannt ganz herzlich begrüßen, ganz herzlich begrüße ich auch Herr Alexander Werner von der BNN.

Normalerweise ist Vermummung ja verboten, aber wegen Corona möchte ich Euch bitten Eure Masken zu tragen und Abstand zu halten, damit der Grund und Inhalt dieser Mahnwache zum 10. Jahrestag von Fukushima Thema bleibt.

Des weiteren werde ich an die Adresse der Atomforscher frei nach Bert Brecht ein paar Zeilen lesen
denn, das Gedächtnis der Menschheit für erduldete Leiden ist erstaunlich kurz, ihre Vorstellungsgabe für kommende Katastrophen und Leiden ist noch geringer.
Die Leiden und das Grauen der Atombomben von Hiroshima und Nagasaki schreckten anscheinen zu wenig!
Die weltweiten Schrecken der 40er Jahre scheinen vergessen!
Die Reaktorkatastrophen von Harrisburg, Tschernobyl und Fukushima sind anscheinend noch immer nicht genug !
Nichts wird uns überzeugen unseren Widerstand gegen die Atomforschung aufzugeben.
Lasst uns das oft gesagte immer wieder sagen, damit es nicht einmal zu wenig gesagt wurde.
Lasst uns unsere Warnungen erneuern gegen die, die Katastrophen, Kriege und Zerstörung der Natur in aller Öffentlichkeit vorbereiten, auch wenn sie schon wie Asche in unserem Mund sind.
Setzen wir heute ein Zeichen der Vernunft gegen den Tod.

Seit 1956 befindet sich hier die Atomforschung Karlsruhe, deren kontaminierten Schlämme bis in die 70er Jahre hier und auf umliegende Hausmülldeponien gekippt wurden und im Wasser des Linkenheimer Altrheins noch immer zu finden sind.

Es fand von hier aus ein Atommüll Verschiebebahnhof nach der Asse und nach Lubmin statt. Es befinden sich nebenan auf dem WAK Gelände Atommüll in 6 sogenannten Zwischenlagern. Von den Atomruinen die hier stehen möchte ich gar nicht sprechen, wir setzen uns als Initiative dafür ein, dass der sogenannte „freigemessene“Abrissschutt“ nicht in den normalen Baustoff-Recycling Kreislauf untergemischt wird.

Zwischenzeitlich ist hier am Joint Reseach Center ehemals Institut Transurane ITU die gesamte EU-Atomforschung angesiedelt, wo man an Brennstoffen für neue Reaktortypen forscht und trotz Atomausstieg wird weiterhin Atommüll produziert.

Deshalb lese ich zum Abschluss aus einem Papier die Forderungen eines Gemeinschaftsprojekts der Anti- Atom-Klima und Umweltbewegung BUND vor, denn wir wollen weiterhin all denen, die in Sachen Atomenergie wieder Morgenluft wittern entgegentreten!

Setzen wir ein Zeichen der Vernunft gegen den atomaren Wahnsinn!

Nachfolgend bedanken wir uns für die Genehmigung zur Veröffentlichung des  BNN Artikels vom 13.03.21 beim Autor Alexander Werner.

Fragen und Antworten nach dem Umweltinformationsgesetzes an das Umweltministerium Baden-Württemberg

Das größte deutsche Zwischenlager für schwach- und mittelaktiven Atommüll liegt im Hardtwald bei Karlsruhe.

Dieses Zwischenlager befindet sich auf dem heutigen Campus Nord des Karlsruher Institutes für Technologie (KIT).
65.000 Atommüllfässer lagern hier – davon sind bereits 1.692 verrostet (Stand 20.11.2014).
Mehr als 65.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen lagern auf dem Gelände des ehemaligen Kernforschungszentrums Karlsruhe. Die Fässer sind in insgesamt 6.500 Containern untergebracht, die in einem Gebäude auf dem Gelände des KIT Nord übereinander bis unter die Decke gestapelt werden.

Bisher wurden erst 20.000 Fässer auf Schäden kontrolliert. Dabei wurden 1.692 rostende Fässer und 121 Container mit Korrosionsstellen entdeckt. Das Problem der Lagerung des Atommülls wird sich noch erheblich verschärfen. Es müssen in Karlsruhe noch zwei Atomreaktoren ´zurückgebaut´ werden (darunter auch der Schnelle Brüter Karlsruhe) sowie die Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe und die Verglasungsanlage für hochaktiven Atommüll.

Da die Eröffnung des für schwach- und mittelradioaktive Atomabfälle vorgesehenen sogenannten Endlagers Schacht Konrad in Niedersachsen nicht vor 2022 kommt, ist auf dem Gelände des KIT Nord noch mit einem weiteren Zwischenlager zu rechnen. In Deutschland produzieren immer noch 9 Atomkraftwerke jeden Tag weiteren Atommüll. Bei deren Abriss werden ca. 700.000 Tonnen Atommüll hinzukommen – wo und wie dieser hunderttausende von Jahren gelagert werden soll, ist offen.

Die Kosten des Rückbaus in Karlsruhe beliefen sich bisher auf über 2,5 Milliarden Euro. Davon haben die Betreiber gerade mal 0,5 Milliarden übernommen. Den Rest zahlen wir SteuerzahlerInnen. Ein Ende der Kostenspirale ist nicht abzusehen, weil sich die Betreiber neuerdings auch nicht mehr an den Endlagerkosten beteiligen.

Sehr geehrte Damen und Herren, aus obigem Bericht geht hervor was Stand 20.11.2014 sich im Zwischenlager auf dem heutigen Campus Nord des Karlsruher Institutes für Technologie (KIT) befindet und was noch dazu kommen soll und dass Schacht Konrad noch lange nicht bereit ist.

25.8.2020 Anfrage gemäß Umweltinformationsgesetz BW UIG

Betreff: Zwischenlager auf dem heutigen Campus Nord des Karlsruher Institutes für Technologie (KIT) und Schacht Konrad

Wären Sie so freundlich und würden mir die aktuellen Zahlen bzw. Hochrechnungen zu den Punkten a) bis e) nennen?

a) 65 000 Atommüllfässer davon sind bereits 1692 verrostet (Stand 20.11.2014) – heute?

b) Die Fässer sind in insgesamt 6 500 Containern untergebracht – heute?

c) Bisher wurden erst 20 000 Fässer auf Schäden kontrolliert. Dabei wurden 1692 rostende Fässer und 121 Container mit Korrosionsstellen entdeckt. – heute?

d) In Karlsruhe noch zwei Atomreaktoren ´zurückgebaut´ werden (darunter auch der Schnelle Brüter Karlsruhe) sowie die Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe und die Verglasungsanlage für hochaktiven Atommüll – wie sind hier die Schätzungen und wo soll der Atommüll hin? – heute?

e) In Deutschland produzieren immer noch 6 Atomkraftwerke jeden Tag weiteren Atommüll. Bei deren Abriss werden ca. 700 000 Tonnen Atommüll hinzukommen – wie sind hier die Schätzungen und wo soll der Atommüll hin? – heute?

15.9.2020 Antwort Umweltministerium Baden-Württemberg:

UM BW: ich darf Ihre Fragen (Stichtag 31.12.2019) wie folgt beantworten:

a) Im Bestand der KTE befinden sich insgesamt ca. 75.500 Abfallfässer.

b) Davon sind 68.400 Fässer in ca. 5.500 Container verpackt. Ihre Angabe von ca. 6500 Containern ist hier nicht bekannt (Anmerkung: 2014 waren es ca. 5.300 Container).

c) Inzwischen (Stand 31.03.2020) wurden ca. 43.000 Abfallfässer überprüft. Dabei wurden mit Korrosion 3.334 Fässer und 145 Container identifiziert.

d) Wegen der hohen Auslastung werden derzeit zwei neue Lagergebäude gebaut. Das Zwischenlager für LAW (Low Active Waste) ist zu 91 % ausgelastet, das Zwischenlager für MAW (Medium Active Waste) ist unter Ausnutzung von Rangierflächen zu 90 % ausgelastet. Es werden noch ca. 30.000 Kubikmeter an radioaktiven Abfällen bis zum Ende aller Rückbauprojekte erwartet, die zusammen mit dem heutigen Bestand für das Endlager Konrad vorgesehen sind.

e) Dem Umweltministerium Baden Württemberg liegen keine konkreten Zahlen hierzu vor. In einem Informationspapier der Entsorgungskommission

http://www.entsorgungskommission.de/sites/default/files/reports/Informationspapier_ESK66_07062018_hp.pdf

wird der radioaktive Abfall pro Kernkraftwerk mit ca. 5.000 t abgeschätzt. Der radioaktive Abfall soll im Endlager Konrad endgelagert werden, das voraussichtlich ab Ende 2027 den Betrieb aufnehmen wird.

Leserbrief zu BNN Artikel, 29.7.2019, Aus der Region, „Wohin mit dem Müll“

von Wolfgang Oberacker

Wie zu lesen ist, tut sich der Landkreis Karlsruhe schwer, den freigemessenen Atommüll, der beim Abriss im Atomkraftwerk AKW Philippsburg und im ehemaligen Kernforschungszentrum, KIT Nord in Leopoldshafen/Linkenheim entsteht, loszuwerden. Es gibt keine geeignete Hausmülldeponie, die dafür ausgelegt wäre, diesen sehr speziellen radioaktiven Müll, der laut Regierung vollkommen harmlos sein soll, aufzunehmen.

Abgesehen davon, dass der Müll z.B. Plutonium und andere künstliche radioaktive Strahler, die aus AKW Betrieb stammen und krebserregend sind, beinhaltet, spricht der Gesetzgeber von Mengen, die unterhalb der vom Staat und Betreiber festgelegten Grenzwerte sind. Radioaktive Strahlenbelastungen bis 10 Microsievert (10 μSv) gelten per Definition als unschädlich, hat die Politik festgelegt um den Betreibern den Abriss möglichst kostengünstig auf Hausmülldeponien, Wertstoffhöfen, im Straßenbau und im Recycling zu ermöglichen – „Nachtigall ick hör dir trapsen“ oder „ein Schelm der Böses dabei denkt“? Aber die Wissenschaft ist sich einig: Es gibt keine Grenzwerte unter denen Radioaktivität ungefährlich ist.

Irgendwie glauben die Verantwortlichen immer noch daran, dass der Bürger doch nicht mündig ist, dass man ihm ein „X für ein U“ vormachen kann – weit gefehlt. Auch vorbei sind die Zeiten, in denen ein Landrat den Müll einem anderen Landkreis seiner ehemaligen Deponie-Arbeitsstätte von der Öffentlichkeit unbemerkt unterjubeln kann. In der gesamten Republik wehren sich Bürger, Gemeinde- und Kreisräte, Bürgermeister und Landräte gegen die Verharmlosung der Gefahr die auch von geringer künstlicher Radioaktivität aus dem Abriss von AKWs und Forschungsstätten für Mensch, Tier, Pflanze, Boden, Wasser, Luft ausgeht. Private Deponiebetreiber lehnen bundesweit die Annahme dieser giftigen Stoffe selbst gegen Bares vehement ab. Es bilden sich allenortens Bürgerinitiativen in Deponienähe, und selbst die Landesärztekammer und der Deutsche Ärztetag, BUND und viele andere weitblickende Organisationen wehren sich dagegen den Atommüll den kommenden Generationen unkontrolliert zu überlassen – und das mit Recht.  

Allen, außer den Betreibern und  dem Gesetzgeber, ist klar, wie denn eine Lösung des Problems aussehen könnte, denn: „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah“! Diese „gering radioaktiv“ verseuchten Stoffe sollten unter Atomaufsicht und am besten auf dem AKW-Gelände bleiben. Den nächsten Generationen zuliebe, auch wenn wir dafür etwas tiefer in die Tasche greifen müssten. Es wären auch keine Überlandtransorte notwendig, und die Arbeiten beim Abriss wären wesentlich ungefährlicher für die Menschen. Eine abschließbare Halle würde reichen, um zu verhindern, dass Radioaktivität in die Luft, ins Erdreich oder ins Grundwasser gelangen könnte. Diese Gebäude gibt es auf den Werksgeländen schon oder könnten leicht errichtet werden. 

Noch anfügen möchte ich, dass in der letzte Woche die vom Umweltministerium veröffentlichte Abfallbilanz für BaWü auf 123 Seiten das Thema radioaktiver Freimessmüll aus AKW Abriss überhaupt keine Erwähnung findet und der Landkreis Karlsruhe vom Umweltminister Untersteller offensichtlich im Stich gelassen wird.

Downloadlink zur Abfallbilanz:
http://um.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-um/intern/Dateien/Dokumente/2_Presse_und_Service/Publikationen/Umwelt/Abfallbilanz_2018.pdf

Leserbrief von Wolfgang Oberacker

Karlsruhe, 03.07.2019

zu: BNN, Ausgabe Karlsruhe, „Globaler Natur“, 28. Juni 2019

Die Atomkraft ist tot. Eine Wahrheit – zumindest in Deutschland – die von Menschen wie dem Leserbriefschreiber Herrn Göller nicht gern gehört wird.Er hofft darauf, dass es doch noch Staaten gibt die weiter an dieser antiquierten Technik festhalten wollen – durch Wiederbelebungsversuche mit Hilfe der Forschung an neuen Atomreaktoren der 4. Generation. Auch das Klima will er retten mit tausenden neuen Meilern quer über den Planeten verteilt. Die sollen dann auch in Dritte Welt Ländern, Schwellenländern, labilen- und Terrorstaaten betrieben werden um seinen Traum von allgegenwärtiger Radioaktivität Realität werden zu lassen.Die Hoffnung an die grenzenlose Macht von Technik und Wissenschaft sowie Forschung „auf Teufel komm raus“, hat trotz unsagbarer Katastrophen mit Atommeilern, der Verseuchung der Welt mit radioaktiven Abfällen und täglichem produzieren von neuem Atommüll seinen Glauben an den Forschergeist nicht trüben können.Nur gut, dass Schüler, Jugendliche, Studenten, Eltern und kritische Wissenschaftler die Freitags weltweit auf die Straße gehen auch hier einen anderen Weg einschlagen wollen – denn Horrorszenarien wie in Tschernobyl, Fukushima, Asse und die vielen anderen Verseuchungen, mit vom Menschen gemachter Radioaktivität, gab es bisher leider genug und wird gerade für die kommenden Generationen noch zum Damokles Schwert.Ich denke, es ist an der Zeit den Genius der Forscher lieber gezielt in regenerative Energieprojekte fließen zu lassen – für die Sicherheit und Überlebensfähigkeit der Menschen, des Klimas und der Welt wie wir sie dringend brauchen – nicht für die der Reaktoren. Frei nach dem Motto: Weg mit Kohle und Atom – erneuerbar ist unser Strom.

Leser*innenbrief an die BNN KA Redaktion Region zu „Sinnlos verschleudert“

von Brigitte Schilli, Eggenstein-Leopoldshaben 15.02.19

Betrifft Leserbrief zu „Sinnlos verschleudert „ vom 13.02.19 von Heinz Wolf

Aktionär der EnBW? ein Einwohner der noch nie bei einer öffentlichen Infoveranstaltung zum Thema Stilllegung von KKP I und KKP II war,? oder Jemand der, was die Atomstromproduktion betrifft, noch im Jahre 2019 aus Blindheit oder aus Verdrängung so argumentiert? Das waren die Fragen, die mir beim Lesen des Leserbriefs von Herrn Heinz Wolf aus Philippsburg, in den Sinn kamen!

Nicht einmal die Betreiber argumentieren mehr so, bezüglich des Endes des in die Jahre gekommenen und seit Jahren immer mehr mit Pannen behafteten Atommeilers. (Allein im vergangenen Jahr acht meldepflichtige Vorkommnisse)

Sicher war und ist bei dieser lebensfeindlichen Technologie, auch nach der Abschaltung, weiterhin nur das Risiko!! Die Kosten für die Bereitstellung des Katastrophenschutzes, die Schäden, die der Uranabbau in vielen Ländern gekostet hat. Nicht zuletzt den ganzen strahlenden Atommüll, dessen Einlagerung in „Zwischenlagerhallen“, die staatliche, teure, bisher erfolglose Suche nach einem sicheren Ort für ein Endlager. Sollte es je gefunden werden, dessen Überwachung wird dem Steuerzahler und nachfolgende Generationen noch teuer zu stehen kommen, denn aus dessen Verantwortung haben sich die Kraftwerksbetreiber bundesweit mit Hilfe der Politik verabschiedet. Laut Abfallgesetz hätte kein Atommeiler genehmigt werden dürfen, ohne die Folgen zu klären, es ist höchste Zeit den Spuk zu beenden, es ist wirklich schon genug Volksvermögen nicht nur in Philippsburg, sondern landes- und weltweit in diesen Irrweg der Energiegewinnung geflossen und hat alternative Innovationen, auch die der Forschung blockiert

Leser*innenbrief an die BNN vom 10.04.19

von Wolfgang Oberacker, Mitglied im: „Bündnis für Sichere Verwahrung von Atommüll in Baden-Württemberg“
Zu einem Bericht in der BNN, Aus der Region, „Atomkraftgegner lehnen Forschung ab“, vom  8. April 2019

Die Atomkraftgegner lehnen nicht die Forschung, z.B. für die Lagerung und Behandlung von schwach- und hochaktiven Atommüll, im Joint Research Centre (JRC) in Karlsruhe ab, sondern die sehr spezifische Forschung an und für neue Atomreaktoren und deren Brennstoffen. Dazu gehört der Flüssigsalzreaktor des EU-Projektes SAMOFAR, dessen Brisanz und Gefährlichkeit allgemein wenig bekannt ist und an dem auch JRC und KIT beteiligt sind.

Generell gilt, dass ein großer Teil der als ´Sicherheitsforschung´ deklarierten Arbeiten  in Wirklichkeit Entwicklungsforschung von atomaren Hochrisikotechnologien ermöglicht. Mit SAMOFAR sollen mit Thorium betriebene Atomreaktoren erforscht werden, die zur künftigen ‚Vierten Generation‘ gehören. Ihr atomarer Brennstoff ist in flüssigem Salz gelöst und sie verfügen über eine integrierte Wiederaufarbeitungsanlage. Im laufenden Betrieb dieses Reaktortyps muss über einen Zwischenschritt aus dem flüssigen Brennstoff das für Atomwaffen geeignete Uran 233 entnommen werden, damit die Kettenreaktion aufrechterhalten werden kann. Pro Jahr fallen 150 kg spaltbares Material an, das für 7 Atombomben des Gun-Typs (= 1. Atombombe auf Hirsohima) geeignet ist.
Wie kann es sein, dass im Atom-Ausstiegsland Deutschland an Technologien geforscht wird, die atomare Massenvernichtungswaffen ermöglichen? Nicht auszudenken, was passiert, wenn dieses Reaktorkonzept in die Hände von instabilen Staaten oder Terroristen gelangt. Die Entwicklung kleiner modularer Thoriumreaktoren (SMR: Small Modular Reactor), die in hohen Stückzahlen gebaut und weltweit vertrieben werden sollen, potenziert diese Gefahr.

Das SAMOFAR-Projekt sollte unter keinen Umständen über die Ablauffrist von Ende Juli 2019 hinaus verlängert werden, KIT und JRC Karlsruhe (vormals ITU, Institut für Transurane) müssen ihre Beteiligung daran einstellen.

PM: Ankündigung einer Mahnwache am 06.04.19 anlässlich JRC Open Day

Mahnwache am 6.4.19, von 9 Uhr bis 11 Uhr in Leopoldshafen, KIT Nord Haupteingang Süd, zum JRC Open Day, Tag der offenen Tür

Eine Reihe von Instituten im Karlsruher Institut für Technologie (KIT), sowie insbesondere Institute des Joint Research Center (JRC-Dir G) der Europäischen Union, arbeiten zum Thema MSR (MSR: Molten Salt Reactor, Flüssigsalzrektor) und sind gemeinsam am EU-Forschungsprojekt SAMOFAR beteilig. 
„Die Arbeiten am KIT dazu beziehen sich dort auf Reaktor- und Brennstoffentwicklung, Computersimulationen sowie Materialwissenschaften. Das JRC untersucht hierbei insbesondere physikalische und chemische Eigenschaften der Kernbrennstoff- Flüssigsalze und führt Sicherheitsanalysen von chemischen Prozessen durch. Daneben beteiligen sich beide Forschungsinstitute am EU-Forschungsprojekt MYRTE (MYRRHA Research and Transmutation Endeavour), in dem die Transmutation von hoch- radioaktiven Abfällen in Hinblick auf den in Belgien geplanten Forschungsreaktor MYRRHA erforscht werden soll. Beide Forschungsprojekte werden im Rahmen des Euratom Forschungs- und Ausbildungsprogramms durchgeführt.“ (Quelle: Kleine BT-Anfrage der Grünen vom 24.02.2017, DS 18/11327).  
Wir stellen uns klar dagegen und wollen nicht, dass in Karlsruhe und in der EU weiter an diesen neuen Reaktorsystemen geforscht wird! Nach dem Atomausstieg ist dies kaum vermittelbar auch wenn sie „Sicherheitsforschung“ genannt wird.
Um eine massive Weiterverbreitung von Atomwaffen zu verhindern, fordern wir, dass Forschung, Entwicklung und Betrieb von Einrichtungen, die die Erzeugung von waffenfähigem Nuklearmaterial ermöglichen, europaweit und weltweit eingestellt, geächtet und nicht weiterentwickelt und gefördert werden! Durch Flüssigsalz Thorium Reaktoren steigt die Proliferationsgefahr – Gefahr der Weiterverbreitung von Kernwaffen – extrem.
Atomenergie ist nicht CO2-frei und kann das Klima nicht retten! Der Betrieb von Uranerzminen und Urananreicherungsanlagen, der Transport von Atommüll und nicht zuletztder Bau und Abriss von AKWs und die Entsorgung verursachen CO2-Emissionen, Umweltschäden und gefährden die Gesundheit der Arbeiter*innen. Die AKWs werden nicht rentabel arbeiten und eher einen nachteiligen Einfluss auf den Klimaschutz haben, da sie die erneuerbaren Energien verdrängen!